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Positive Bilanz : In Sachen Derivate gut aufgestellt

  • -Aktualisiert am

Der Handel in Derivaten wächst in Deutschland weiter dynamisch. In den letzten Jahren stiegen die Wachstumsraten fast exponential an, Produktvielfalt und Wettbewerb nehmen zu. Verständliche Informationen bei Emissionen, Handel und Vertrieb sind notwendig.

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          Der Derivatemarkt boomt. Und derzeit liegen keine Anzeichen dafür vor, dass sich der Boom auf dem Derivatemarkt abschwächt. Im Gegenteil: Viele Marktteilnehmer dehnen auf der Suche nach Rendite und Möglichkeiten zur Absicherung ihrer Geschäfte oder der Portfoliomodellierung ihre Aktivitäten in Richtung Derivate aus.

          Die liberalisierten Anlagevorgaben durch die Reform der EU-Richtlinie über Investmentsfonds - die so genannte UCITS-Richtlinie - können die Bedeutung derivatebasierter Anlagestratgien weiter verstärken. Besonders rasant wächst der weltweite Markt für Kreditderivate. Durch diese Finanzinstrumente werden Kredit und Bonitätsrisiken handelbar gemacht: Banken lagern Risiken von Anleihen, Darlehen oder Krediten aus, indem sie sie gegen eine Prämie auf eine andere Person übertragen. Das ausstehende Nominalvolumen allein von Credit Default Swaps - also Kreditderivate zum Handeln von Ausfallrisiken von Krediten - lag im 1. Halbjahr 2006 bei 26 Billionen Dollar. Damit ist dieses junge Segment um über die Hälfte innerhalb eines halben Jahres gewachsen. Wesentlicher Wachstumstreiber des Kreditderivatemarkts: die Vertragswerke werden zunehmend standardisiert und geeignete Indices wie den iTraxx erfolgreich etabliert. Indexprodukte machen etwa 30 Prozent dieses Marktes aus.

          Für den 27. März 2007 hat die Terminbörse für Finanzderivate Eurex den Start des Handels mit Kreditderivaten in Form von Futures auf Indexprodukte angekündigt. Damit liegt sie vorne im weltweiten Wettbewerb der Börsen. Es ist zu erwarten, dass die Notierung von Kreditderivaten weitere Wachstumsimpulse in diesem Segment schafft. Da bislang Kreditderivate ausschließlich außerbörslich - over the counter (OTC) - gehandelt werden, erhalten auch kleinere Institute erstmals eine kostengünstige Möglichkeit, an diesem Markt zu partizipieren. Außerdem reduzieren sich durch den Börsenhandel operationelle Risken des Handels mit Kreditderivaten und das Kontrahentenrisiko.

          Börsen für Derivate

          Das weltweit gehandelte Nominalvolumen der Rohstoff- und Energiederivate hat sich von Juni 2004 bis Juni 2006 von 1,3 auf 6,4 Billionen US-Dollar vervielfacht. Die meisten dieser Kontrakte werden außerbörslich gehandelt. Mit der Leipziger Strombörse EEX steht in Deutschland auch eine börsliche Plattform zur Verfügung, deren Bedeutung zunimmt.

          Mit der Terminbörse Eurex und den beiden umsatzstärksten Börsen der Welt für Zertifikate und Optionsscheine, der Euwax in Stuttgart und dem entsprechenden Segment der Frankfurter Wertpapierbörse, besitzt Deutschland effiziente Börsen für Derivate.

          Die Eurex beendete das Jahr 2006 mit einem Rekordumsatz von 1,526 Milliarden gehandelten Kontrakten und ist damit unverändert der größte börsliche Handelsplatz der Welt für Futures und Optionen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Anzahl der gehandelten Kontrakte um rund 22 Prozent. Besonders stark nahm der Handel in Aktienindexderivaten zu. Mit einer optimierten Trading-Technologie wird die Eurex sich 2007 für den Trend des zunehmenden Algorithmushandels wappnen und mehr als eine Milliarde Quotes pro Tag bewältigen können.

          Auch der Markt für Zertifikate, Optionsscheine und strukturierte Produkte verzeichnet hohe Wachstumsraten. Im Jahr 2006 erzielten die Börsen für derivative Wertpapiere mit einem Volumen von 127,6 Milliarden Euro den bisher höchsten Jahresumsatz. Davon investierten Privatanleger rund 110 Milliarden Euro - 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Produktvielfalt ist enorm. Ende 2006 waren an den deutschen Börsen 137 515 derivative Wertpapiere notiert, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

          Regulierung notwendig

          Um die Transparenz des Marktes für derivative Wertpapiere zu fördern und Anlegern die mit den Chancen des Derivatemarktes verbundenen Risiken zu verdeutlichen, ist eine angemessene Regulierung notwendig. Aus der jüngsten Regulierung sind das Wertpapierprospektgesetz und die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (Markets in Financial Instruments Directive, MiFID) zu nennen.

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