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Reaktionen auf den Tod Castros : Amerika weiterhin „Freund und Partner“

  • Aktualisiert am

Fidel Castro 1998 bei einem Besuch in der Schweizer Stadt Genf Bild: dpa

Wladimir Putin, François Hollande und auch Barack Obama: Politiker aus aller Welt übermitteln Beileidsbekundungen zum Tod Fidel Castros nach Havanna. Allerdings fallen die Reaktionen recht unterschiedlich aus.

          Nachdem der kubanische Staatschef Rául Castro am Freitagabend in Havanna den Tod seines Bruders Fidel Castro bekanntgegeben hat, übermitteln Politiker aus aller Welt Beileidsbekundungen und Würdigungen. Der amerikanische Präsident Barack Obama versicherte der kubanischen Bevölkerung nach dem Tod von des Revolutionsführers, „dass sie in den Vereinigten Staaten einen Freund und Partner haben“. Zugleich sprach er der Castro-Familie sein Beileid aus.

          „Wir wissen, dass dieser Augenblick bei Kubanern (...) große Emotionen auslöst“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des Demokraten. Fidel Castro habe den Verlauf des Lebens einzelner Menschen, von Familien und der Nation auf vielerlei Weise verändert. Die Geschichte werde über die enorme Wirkung von Castros Persönlichkeit auf die Menschen und die Welt um ihn herum urteilen. In Kuba reagierten viele Menschen mit Bestürzung und Trauer auf den Tod Castros, in Miami hingegen feierten Exil-Kubaner die Todesnachricht.

          Obama hatte die Beziehungen zu Kuba nach sechs Jahrzehnten Eiszeit normalisiert – für eine „Zukunft, in der unser Verhältnis nicht von unseren Differenzen bestimmt wird, sondern von den vielen Dingen, die wir als Nachbarn und Freunde teilen“, schrieb der amerikanische Präsident.

          Sein designierter Nachfolger Donald Trump, der Obamas Kuba-Kurs im Wahlkampf scharf kritisiert hatte, reagierte zunächst nur mit einem Satz auf Twitter: „Fidel Castro ist tot!“

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          Der französische Staatspräsident François Hollande erklärte, der verstorbene kubanische Revolutionsführer sei „eine Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts“. Er habe die kubanische Revolution mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen verkörpert, erklärte Hollande am Samstag in Paris. Castro gehöre als Akteur des Kalten Krieges zu einer Epoche, die mit dem Zusammenbruch der damaligen Sowjetunion geendet habe.

          Frankreich habe die Verletzung von Menschenrechten angeprangert, sich aber immer gegen das amerikanische Embargo gegen Kuba ausgesprochen. Deswegen habe Paris den neuen Dialog zwischen den beiden Ländern begrüßt. Hollande erinnerte daran, dass er im Mai vergangenen Jahres als erster Staatschef seines Landes das nachrevolutionäre Kuba besuchte.

          Putin: „Symbol einer Epoche“

          Der russische Präsident Wladimir Putin würdigte den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als „Symbol einer Epoche“. In einem vom Kreml am Samstag zitierten Telegramm an den kubanischen Staatschef Raúl Castro, den Bruder des Verstorbenen, hieß es: „Fidel Castro war ein aufrichtiger und verlässlicher Freund Russlands“. Der Name dieses „herausragenden Staatsmanns“ werde „zu Recht als Symbol einer Ära in der modernen Weltgeschichte“ angesehen.

          Der letzte Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, erklärte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax, Castro habe der „härtesten Blockade“ der Vereinigten Staaten widerstanden und sein Land „gestärkt“. Ungeachtet des auf ihn ausgeübten „enormen Drucks“ habe er Kuba auf den „Weg der unabhängigen Entwicklung“ geführt. Er werde stets als „großer Politiker“ in Erinnerung bleiben, der „in der Geschichte der Menschheit eine tiefe Spur“ hinterlassen habe.

          Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy würdigte den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer als „eine Figur von historischer Bedeutung“. Der konservative Politiker übermittelte am Samstag auf Twitter der Regierung und den Behörden Kubas sein Beileid.

          Die große kubanische Exilgemeinde in Spanien feierte dagegen den Tod des 90 Jahre alten Revolutionsführers. Man habe die Nachricht mit „tiefer Freude“ zur Kenntnis genommen, sagte der Sprecher der „Plattform Kuba Demokratie Sofort“, Rigoberto Carceller, der spanischen Nachrichtenagentur efe. Die Organisation rufe für Samstag zu einer „Feierkundgebung“ vor der kubanischen Botschaft in Madrid auf. „Man kann wegen des Todes eines Diktators nicht traurig sein, das ist ein großer Moment für Kuba“, betonte er. Castro habe Oppositionelle ins Gefängnis stecken und erschießen lassen. Nun sei auf der Insel ein friedlicher Übergang zur Demokratie möglich.

          Maduro: Fackel des Sozialismus weitertragen

          Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro rief dazu auf, Castros „Erbe fortzusetzen“. „Alle Revolutionäre“ müssten die von ihm hinterlassene „Fackel der Unabhängigkeit und des Sozialismus“ weitertragen, schrieb Maduro im Kurznachrichtendienst Twitter.

          Fidel Castro war am Freitag (Ortszeit) im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben. Er hatte wegen einer schweren Krankheit die Amtsgeschäfte im Juli 2006 an seinen Bruder abgegeben. Die Castro-Brüder und die mit ihnen kämpfenden Rebellen hatten den Diktator Fulgencio Batista vertrieben und waren im Januar 1959 in einem Siegeszug in Havanna einmarschiert. Danach hatte Fidel Castro rund 50 Jahre lang die Geschicke des Landes bestimmt. Obwohl er in den vergangenen Jahren nur noch selten in der Öffentlichkeit auftrat, äußerte er sich bis zuletzt noch zu den politischen Entwicklungen Kubas.

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