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Zwickauer Terrorzelle : Weitere Durchsuchungen bei mutmaßlichen NSU-Helfern

  • Aktualisiert am

Die Mitglieder der Terrororganisation "Nationalsozialistischer Untergrund": Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos Bild: dpa

Ermittler der Bundesanwaltschaft haben am Mittwoch Wohnungen und Geschäftslokale von vier mutmaßlichen Unterstützern der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle durchsucht. Sie sollen die Terroristen mit Waffen versorgt haben. Mittlerweile stünden elf Beschuldigte unter Verdacht, teilte Generalbundesanwalt Range mit.

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          Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu den Morden der Zwickauer Terrorzelle auf weitere Beschuldigte ausgedehnt. Mittlerweile stünden elf Beschuldigte unter Verdacht, die mutmaßlichen Terroristen der Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) unterstützt zu haben, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Mittwoch in Karlsruhe. Das sind vier mehr als bislang bekannt.

          Hinzu kommt Beate Zschäpe als einziges überlebendes Mitglied des Neonazi-Trios, das für zehn Morde verantwortlich sein soll. Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer sitzen in Untersuchungshaft. Am Mittwoch hatten die Ermittler bundesweit Wohnungen und Geschäftslokale von mutmaßlichen Unterstützern der Zwickauer Terrorzelle durchsucht. „Es ist eine unserer vordringlichsten Aufgaben, den Kreis der Unterstützer des NSU umfassend zu ermitteln und sie gegebenenfalls zur Verantwortung zu ziehen“, sagte Range. „Auf dem Wege dahin sind wir in den letzten Wochen erheblich vorangekommen.“

          Die Beschuldigten, deren Wohnungen nun durchsucht wurden, sollen der inhaftierten Beate Zschäpe sowie den Anfang November tot aufgefundenen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt bereits 1998 Sprengstoff und mehrere Schusswaffen zur Verfügung gestellt haben, wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte.

          Zudem bestehe der Anfangsverdacht, dass das Quartett die Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)“ auch danach logistisch unterstützt habe. Zwei weitere Beschuldigte sollen den Mitgliedern des NSU 2002 und 2003 mehrere Schusswaffen verschafft haben, darunter mindestens eine sogenannte Pumpgun.

          Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurden neben den Wohnungen der mutmaßlichen NSU-Unterstützer auch zwei Geschäftslokale eines der Beschuldigten in Sachsen sowie drei weitere Wohnungen in Thüringen und Baden-Württemberg durchsucht. Generalbundesanwalt Harald Range hat für 14.00 Uhr eine Erklärung zu den Durchsuchungen angekündigt.

          Die jahrelang unentdeckte rechtsextreme Zelle soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin ermordet haben. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt. An den Durchsuchungen in Sachsen sowie drei weiteren Wohnungen in Thüringen und Baden-Württemberg waren mehr als 100 Polizisten beteiligt.


           

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