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Zweiter Weltkrieg : Hitlers lange geplanter Überfall auf Polen

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Mit Deutschlands Überfall auf Polen begann 1939 der Zweite Weltkrieg. Hitler hat den Krieg lange geplant und seit seiner Ernennung zum Reichskanzler 1933 vorbereitet.

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          Mit Deutschlands lange geplantem Überfall auf Polen begann 1939 der Zweite Weltkrieg. Vor dem Beschuss der Westerplatte bei Danzig wurde bereits ein monatelanger Propagandakrieg geführt.

          Bereits wenige Tage nach seiner Ernennung zum Reichkanzler verkündet Adolf Hitler im Februar 1933 vor Reichswehroffizieren seine Pläne zur Eroberung von „Lebensraum“ im Osten. 1936 beginnt die massive Aufrüstung des Deutschen Reiches, und schon im November 1937 betont der „Führer“ vor den Oberbefehlshabern der Truppenteile, dass er „in absehbarer Zeit“ gewaltsam vorgehen wolle.

          Im März 1938 erklärt Hitler nach dem Einmarsch der Wehrmacht den Anschluss Österreichs. Im September des gleichen Jahres wird die Tschechoslowakei gezwungen, das Sudetenland abzutreten. Wenige Wochen später gibt es neue Gebietsforderungen: Die seit dem Ende des Ersten Weltkrieges vom Völkerbund verwaltete „Freie Stadt Danzig“ soll wieder „heim ins Reich“. Polen soll eine exterritoriale Straßen- und Bahnverbindung vom Reichsgebiet zur deutschen Exklave Ostpreußen durch sein Staatsgebiet zulassen. Das lehnt Warschau ab.

          Als Litauen nach deutschen Drohungen das Memelland abtritt, besetzt die Wehrmacht am 23. März 1939 den Landstreifen. Polen reagiert darauf mit einer Teilmobilmachung seiner Truppen. Bis Anfang April lässt Hitler den „Fall Weiß“ ausarbeiten: Den Angriffsplan auf Polen. Die gleichgeschalteten deutschen Medien berichten zunehmend über „Gräuel“ von Polen gegen die deutsche Minderheit dort. Am 21. August wird öffentlich bekannt, dass in Moskau ein deutsch- sowjetischer Nichtangriffspakt ausgehandelt wurde. In einem geheimen Zusatzprotokoll wird darin die Aufteilung Polens vereinbart.

          Am 25. August läuft das Kriegsschiff „Schleswig-Holstein“ zu einem „Freundschaftsbesuch“ in Danzig ein. Unterdessen bereiten SS-Männer „Zwischenfälle“ an der deutsch-polnischen Grenze vor. In diesen Tagen erreichen Wehrmachtseinheiten ihre „Bereitstellungsräume“ vor der polnischen Grenze, mobilisiert Polen Armee-Einheiten im Westen des Landes.

          In der Nacht zum 1. September gibt es fingierte Überfälle angeblicher polnischer Aufständischer - unter anderem auf den deutschen Sender Gleiwitz. Um 4.45 Uhr beginnt die „Schleswig- Holstein“ mit dem Beschuss polnischer Einheiten auf der Westerplatte. Gegen 10.00 Uhr erklärt Hitler im Rundfunk: „Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen“. Warum er die falsche Uhrzeit nennt, ist unklar. Die Schüsse bei Danzig sind das Signal für die deutsche Wehrmacht, auf breiter Front die polnische Grenze zu überschreiten. Der Zweite Weltkrieg hat begonnen.

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