https://www.faz.net/-gpf-6wgz4

Zitate aus Wulffs Interview : „Es gibt auch Menschenrechte selbst für Bundespräsidenten.“

  • Aktualisiert am

Will bleiben: Christian Wulff Bild: dpa

Christian Wulff will Bundespräsident bleiben - das hat er in einem Fernsehinterview erklärt. Eine Auswahl der wichtigsten Zitate.

          2 Min.

          In einem Interview mit den Hauptstadt-Büroleitern von ARD und ZDF hat der umstrittene Bundespräsident Christian Wulff zu den Vorwürfen gegen sich Stellung genommen. FAZ.NET dokumentiert Zitate aus dem Interview.

          „Ich möchte nach fünf Jahren eine Bilanz vorlegen, dass ich ein guter, erfolgreicher Bundespräsident war.“

          „Der Anruf bei dem Chefredakteur der „Bild“-Zeitung war ein schwerer Fehler, der mit leidtut, für den ich mich entschuldige.“

          „Ich muss mein Verhältnis zu den Medien herstellen, neu ordnen, anders mit den Medien umgehen, sie als Mittler stärker einbinden und anerkennen. Sie haben eine wichtige Aufgabe in der Demokratie.“

          „Man muss eben als Bundespräsident die Dinge so im Griff haben, dass einem das eben nicht passiert.“

          „Es gibt auch Menschenrechte selbst für Bundespräsidenten.“

          „Ich möchte nicht Präsident in einem Land sein, wo sich jemand von Freunden kein Geld mehr leihen kann.“

          „Im Landtag hätte ich sagen sollen, es ist zwar nicht nach Frau Geerkens gefragt worden, nach Herrn Geerkens, seinen Firmen und Unternehmungen, da habe ich keine Beziehung. Aber ich räume hier ein, dass ich eine Beziehung zu Frau Geerkens habe.“

          „Wenn ich“s heute noch mal entscheiden könnte, von vornherein, dann würde ich heute in dem Moment, wo ich das Haus kaufe, ein Interview geben und sagen: Ich habe dieses Haus gekauft, mithilfe von Freunden, die mir für die Anfangszeit und die Sanierung Geld zur Verfügung gestellt haben. Ordentlich verzinst.“

          „Die Erfahrung, dass man die Transparenz weitertreiben muss, die setzt auch neue Maßstäbe. Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. (.) Wenn es das in Zukunft immer gibt, wird das auch unsere Republik offenkundig auch zu mehr Transparenz positiv verändern.“

          „Es sind ganz normale übliche Konditionen.“ (zu Kredit bei BW-Bank)

          „Manchmal ist auch die Suche vielleicht auch von einem Misstrauen geprägt, was die Sachlage nicht rechtfertigt.“ (zu Urlauben bei Freunden)

          „Es ist eindeutig kein Verstoß gegen das Ministergesetz.“

          „Wenn man als Ministerpräsident keine Freunde mehr haben darf, und wenn alle Politiker und Politikerinnen in Deutschland ab sofort nicht mehr bei Freunden übernachten dürfen, sondern wenn sie bei den Freunden im Gästezimmer übernachten, nach einer Rechnung verlangen müssen, dann verändert sich die Republik zum Negativen.“

          „Wir müssen alle hohe Ansprüche haben in dem Wissen, dass wir alle fehlbar sind.“

          „Man wird auch ein bisschen demütiger, man wird lebensklüger und man muss aus eigenen Fehlern lernen.“

          „Gerade die Glaubwürdigkeit, die man als Bundespräsident braucht, die wird man nur zurückerlangen, wenn man auch im Umgang mit seinen eigenen Fehlern Lernfortschritte unter Beweis stellt.“

          „Das Amt des Bundespräsidenten ist aus vielerlei Gründen in Deutschland schwieriger geworden. Durch diese Art von Umgang mit den Dingen hat man dem Amt sicher nicht gedient. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich durch eine ganze Reihe von Aktivitäten in der Amtszeit das Amt des Bundespräsidenten wieder gestärkt habe.“

          „Man muss sich dann auch fragen, ob nicht dann auch es irgendwann akzeptiert wird, dass auch ein Bundespräsident auch ein privates Leben haben darf.“

          „Ich habe weder jetzt im Amt als Bundespräsident gegen irgendein Gesetz verstoßen, noch vorher. Es geht nicht um Rechtsverstöße, sondern es geht um Fragen von Transparenz, von Darlegung, von Erklärung.“

          „Den Begriff der Bewährung halte ich für abwegig. Ich bin jetzt schweren Herausforderungen ausgesetzt, man muss eben auch wissen, dass man nicht gleich bei der ersten Herausforderung wegläuft, sondern dass man sich der Aufgabe stellt und auch weiß, wem es in der Küche zu heiß ist, der darf nicht Koch werden wollen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klima-Aktivistin Luisa Neubauer auf einer Demonstration am Freitag in Hamburg

          Proteste der Klimajugend : Der Gegner heißt Armin Laschet

          Die Fridays-for-Future-Bewegung nimmt speziell CDU und CSU ins Visier. Nach der Flutkatastrophe, die die Aktivisten auf den Klimawandel zurückführen, wollen sie bis zur Wahl mehr Druck aufbauen.
          Im Visier der Kartellämter: der amerikanische Tech-Gigant Google

          Chef der Wettbewerbsabteilung : Albtraum der Tech-Giganten

          Jonathan Kanter soll einen der wichtigsten Kartellposten in den USA bekommen. Das dürfte vor allem Google und Apple alarmieren – damit sitzt der dritte Tech-Kritiker an einer zentralen Schaltstellen der amerikanischen Kartellpolitik.
          Gute Nachrichten für deutsche Hausbauer: Bauholz wird wieder billiger.

          Baumaterial : Holzpreise in Amerika sinken rapide

          Währen in Deutschland die Baumaterialien extrem teuer sind, krachen die Holzpreise in Amerika ein. Aber auch bei uns könnte Bauholz schon bald wieder billiger werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.