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„Zerstörung der Presse“ : Letzte Worte an Rezo

  • Aktualisiert am

Der Youtuber Rezo Bild: SWR/ECO Media TV-Produktion

In einem weiteren Video, das vorgibt, für medienethische Standards zu streiten, hat der Youtuber Rezo seine Serie von Manipulationen und Falschbehauptungen fortgesetzt. Eine Antwort der Redaktion.

          5 Min.

          Lieber Rezo,

          das Internet ermöglicht es, mit nie dagewesener Reichweite Menschen öffentlich bloßzustellen und vorzuführen. Es ist, wenn es so genutzt wird, ein Pranger. Einen unserer Redakteure, der dich und dein Video „Die Zerstörung der CDU“ kritisiert hatte, verfolgst du mit permanenten Wiederholungen seit einem Jahr in dieser Weise, nicht nur im Netz. Auch auf öffentlicher Bühne hast du ihn als „richtig beschissenen, richtig verachtenswerten Menschen“ verunglimpft (wenige Minuten, bevor dieser Text erscheinen sollte, hast du nun erklärt, dies nicht so gemeint zu haben und dich entschuldigt – immerhin!) Sein Tweet, den du zum Anlass nimmst, ist über ein Jahr alt und wurde damals binnen weniger Tage gelöscht; wir haben das in unserer Video-Antwort berichtet und die Hintergründe dargestellt. Das aber genügt dir nicht.

          Das Strohmann-Argument beziehungsweise der Strohmann-Fehlschluss, über die du eine Vorlesung hältst, ist eine rhetorische Technik, bei der die tatsächliche Auseinandersetzung mit der Gegenposition nur fingiert wird. Das trifft voll auf dein Video zu. Really: Denn eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den redaktionellen Abläufen der F.A.Z. findet jenseits des subjektiven Selbstbezugs auch in deinem jüngsten Video nicht statt.

          Wenn es eine Zeitung gibt, in der Verschwörungstheorien keinen Platz finden, ist es die F.A.Z. Im Gegenteil leistet aktuell etwa unsere Wissenschaftsredaktion in zahllosen Texten einen Beitrag dazu, die komplexe und sich stets weiterentwickelnde Erkenntnislage rund um das Coronavirus zusammenzufassen und Verschwörungsmythen zu entzaubern (laufend nachprüfbar mit diesem kostenlosen Newsletter). Zudem ist gerade die Unabhängigkeit der Redaktion der F.A.Z. durch eine einmalige Struktur der Eignerschaft (Stiftung) und der redaktionellen Führung (Herausgebergremium) gesichert. Ein Schnellüberblick über unseren Anspruch, unsere Arbeitsweise und unsere Finanzierung findet sich hier: www.faz.net/vertrauen.

          Zu den journalistischen Grundprinzipien gehört auch: Meinungsartikel sind keine Nachrichten, faktische Fehler bleiben solche, Wertungen sind keine „Fehler". Wenigstens darüber gibt es offenbar auch keinen Dissens. Allerdings bist du nicht die höchste Instanz, die entscheidet, was ein Fehler oder eine zulässige Wertung ist und was nicht – auch und gerade dann nicht, wenn sie dich betrifft.

          Eine aufrichtige Diskussion ist unmöglich

          Im Folgenden nun unsere schriftliche Antwort auf deine Video-Antwort auf unsere Video-Antwort auf deine Video-Kritik an unserer schriftlichen Berichterstattung. Dabei geht es um etliche angebliche Fehler auf beiden Seiten. Damit eine solche Auseinandersetzung nicht wertlos wird, ist ein fairer und aufrichtiger Diskussionsstil absolut zwingend. Das heißt: Man sollte – insbesondere dann, wenn man wie du dauernd von „Fairness“ und „Glaubwürdigkeit“ spricht – der Gegenseite die Worte nicht im Mund herumdrehen, Gesagtes und Geschriebenes nicht sinnentstellend aus dem Zusammenhang reißen und auch nicht eigene frühere Aussagen sinnentstellend zurechtbiegen. Leider tust du genau das – abermals – an etlichen Punkten:

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