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Größte Bedrohung laut Europol : Wie NRW der organisierten Kriminalität trotzen will

  • Aktualisiert am

Herbert Reul (links), Innenminister NRW und Thomas Jungbluth (rechts), Leitender Kriminaldirektor im Landeskriminalamt NRW Bild: dpa

In Nordrhein- Westfalen soll eine Zentralstelle für die Verfolgung von Straftaten organisierter Kriminalität entstehen. Das jährliche Volumen im Kampf dagegen liegt allein in Deutschland bei schätzungsweise 100 Milliarden Euro.

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          Die nordrhein-westfälische Justiz bündelt und verstärkt ihre Kräfte im Kampf gegen die organisierte Kriminalität (OK). Von Mitte September an wird es bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft die bundesweit erste operativ tätige Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung von OK-Straftaten (ZeOS) geben. Aufgabe der Zentralstelle ist es, gemeinsam mit vier über Nordrhein-Westfalen verteilten Schwerpunktstaatsanwaltschaften in Düsseldorf, Bielefeld, Bochum und Köln herausgehobene und besonders umfangreiche Verfahren zu bearbeiten. An den Standorten wurden insgesamt 17 neue Strafverfolgerstellen geschaffen. Allein für die Düsseldorfer Behörde gibt es sechs neue Staatsanwälte, womit sich doppelt so viele Ermittler um OK-Fälle kümmern wie bisher.

          Der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach (CDU) bezeichnete die Strukturreform am Mittwoch als eine „Zeitenwende“ im Kampf gegen die OK. Bei der Konzeption der neuen Zentralstelle habe man sich die italienische Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft zum Vorbild genommen. Durch die in den vier Städten schon vorhandenen Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Wirtschaftsstrafsachen ergäben sich vor allem bei der Abschöpfung illegaler Gewinne Synergien. Der Bundesgesetzgeber habe den Ermittlern mit der Rechtsreform zur Vermögensabschöpfung weitreichende Möglichkeiten an die Hand gegeben. Diese Chance gelte es jetzt zu ergreifen und der Spur des Geldes zu folgen. „Mein Ziel ist es, die Kriminellen besonders da zu treffen, wo es ihnen weh tut: beim Geld“, sagte der Justizminister.

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