https://www.faz.net/-gpf-z6up

Zensus 2011 : Ruhiger Start

  • -Aktualisiert am

In den Statistischen Landesämtern werden derzeit viele Fragen zum Zensus 2011 am Telefon beantwortet Bild: dpa

Fast unbemerkt hat der Zensus 2011 am vergangenen Montag begonnen. Die wenigen gefälschten Fragebögen, die in Hessen und Niedersachsen in manchen Briefkästen lagen, waren der Höhepunkt des Protests.

          1 Min.

          Die ersten Befragten haben schon mit ihrem zuständigen Interviewer gesprochen und einen Termin vereinbart, denn die Fragebögen zur Haushaltebefragung müssen persönlich übergeben werden. Wer einen Fragebogen im Briefkasten findet, sollte daher skeptisch sein. Zum Start der Volkszählung sind in Hessen und Niedersachsen gefälschte Fragebögen aufgetaucht. Es handelt sich aber dabei jedoch um Einzelfälle. Von einer massenhaften Verbreitung gefälschter Fragebögen kann keine Rede sein, bestätigt Thomas Riede vom Statistischen Bundesamt. Die gefälschten Bögen tragen zwar auch das offizielle Zensus-Logo, aber die Fragen sind absurd: „Welche sexuelle Orientierung haben Sie?“ - „Welche Drogen konsumieren Sie?“ - „Haben Sie eine Brust- oder Penisvergrößerung durchführen lassen?“ Der Fragebogen sollte auch nicht in die fiktive Datenstraße 14 in Berlin, sondern an die Statistischen Landesämter geschickt werden.

          Die Datenschützer und Volkszählungskritiker vom Arbeitskreis Zensus versuchten in der ersten Woche verstärkt darauf aufmerksam zu machen, dass es Pannen bei der Zustellung der Anschreiben gegeben habe und die Dienstausweise der Interviewer mit einfachsten Mitteln gefälscht werden könnten. Sie warnten auch vor Phishing-Attacken durch Kriminelle im Internet. Ahnungslose Befragte könnten auf eine Website gelockt werden, die nur in der Anmutung dem offiziellen Online-Fragebogen entspricht, in Wirklichkeit aber dazu dient, persönliche Daten abzugreifen.

          Die kritischen Stimmen scheinen jedoch nicht viele der Befragten zu beunruhigen. Einige suchen aber den Kontakt zu den Ämtern, um sich zu vergewissern, ob sie den Bogen richtig ausfüllen. Die Telefonleitungen der Statistischen Landesämter waren in den ersten Tagen mit einigen Zehntausend Anrufen ausgelastet.

          Die Sprecher der Statistischen Landesämter teilen übereinstimmend mit, dass sich die meisten Anrufer nicht darüber beklagen würden, dass sie persönliche Daten angeben müssen, sondern über die Höhe des Portos. Wer den Fragebogen mit dem Kugelschreiber ausfüllen und diesen anschließend an die Erhebungsstelle schicken möchte, muss das Porto selbst tragen, so sieht es das Gesetz vor. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Fragen im Internet zu beantworten - kostenlos.

          Weitere Themen

          Auf den Spuren der Virus-Tröpfchen

          Wie verläuft die Ansteckung? : Auf den Spuren der Virus-Tröpfchen

          Jeden Tag lernen Virologen und Mediziner mehr über Covid-19. Eine große Frage, die sie bewegt: Wie ansteckend ist das Virus? Anhand der ersten Fälle in Bayern haben Fachleute die Infektionswege rekonstruiert – und neue Erkenntnisse zur rasenden Vermehrung gewonnen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.