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Russisches Herbstmanöver : Die Kampfkraft hinter der Propaganda-Show

Dieses vom russischen Verteidigungsministerium am 11. September veröffentlichte Foto zeigt Kampfpanzer bei der Übung Wostok in der Region Tschita. Bild: dpa

Knapp 300.000 Soldaten und jede Menge Feuerkraft – der Kreml präsentiert sich im Fernen Osten bei Wostok 2018 kriegsfähig. Alles nur Täuschung?

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          Wladimir Putin dürfte zufrieden sein. Die Streitkräfte des russischen Präsidenten haben mit ihrem großen Herbstmanöver dieses Jahr ihre wohl wichtigste Mission erfüllt: eine Show der Superlative abzuliefern. Die Videos, die das russische Verteidigungsministerium von der am Montag zu Ende gegangenen Übung im Fernen Osten des Landes und im Pazifischen Ozean auf Youtube veröffentlicht hat, sollen davon einen Eindruck geben: Da stoßen Kampfpanzer in hoher Geschwindigkeit unter feindlichem Beschuss über weite Ebenen vor. Lange Reihen von Raketenwerfern und eingegrabenen Artillerieeinheiten feuern in die Weite. Fallschirmjägerverbände springen in großer Zahl aus Militärtransportern ab. Kampfflugzeuge werfen Bomben, Kriegsschiffe durchpflügen die See. An anderer Stelle transportieren Züge gewaltige Mengen Material. Hinzu kamen chinesischen Truppen.

          Erstmals nahm Peking an einem dieser Herbstmanöver teil. Der Eindruck der Gigantomanie war von langer Hand vorbereitet worden. Während sich der Kreml im vergangenen Jahr noch bemüht hatte, das Herbstmanöver Sapad im Westen des Landes auf 10000 Soldaten herunterzurechnen, wurden in diesem Jahr schon Monate im Voraus ganz andere Zahlen verkündet. Am Ende bezifferte das russische Verteidigungsministerium die Zahl der Teilnehmenden mit 297.000 Personen, über 1000 Militärflugzeugen, Hubschraubern und Drohnen, 36.000 Kampfpanzern und Militärfahrzeugen sowie 80 Kriegs- und Unterstützungsschiffen, die an Wostok teilgenommen haben.

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