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Kommentar : Schäubles Auftrag

Wolfgang Schäuble vor Beginn der ersten Sitzung der neuen Unionsfraktion an diesem Dienstag. Bild: dpa

Schäubles Wechsel an die Spitze des Bundestags ist ungewöhnlich, folgt aber einer Logik. Vor ihm liegen wichtige Aufgaben, auch ein Projekt seines Vorgängers.

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          Ein letztes Mal „opfert“ sich Wolfgang Schäuble den Interessen seiner Partei. Das Amt des Bundestagspräsidenten zu übernehmen bedeutet für ihn vor allem, nicht mehr Bundesfinanzminister und Europapolitiker sein zu können. Zwar gibt es Vorbilder für den Wechsel vom Kabinettstisch an die zweite Stelle des Staates. Formal ist das ein Sprung nach oben. Aber für einen Fast-Kanzler ist es doch ungewöhnlich, vom politischen Olymp der Republik auf den repräsentativen Hügel des Reichstags zu wechseln.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Der Grund ist klar: Schäuble soll einem kleinen Koalitionär im noch zu schmiedenden Jamaika-Bündnis, mutmaßlich der FDP, seinen Ministerposten überlassen. Bemäntelt wird das mit der Aufgabe, im Bundestag der sechs Fraktionen aus sieben Parteien (und wie vielen fraktionslosen Abgeordneten?) für Ordnung zu sorgen. Das erfordert eine erfahrene Hand, die Schäuble sicher hat. Er wird sich außerdem nicht nehmen lassen, die Versuche seines Vorgängers wieder aufzunehmen, den Bundestag zu verkleinern. Der droht den Gedanken der Repräsentation zu karikieren: 709 Abgeordnete sind zu viel.

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