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Wissenschaftsorganisationen : Betrug bedroht die Forschungsfreiheit

Bild: MorphoSys

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen fordert in einem Memorandum anlässlich des siebzigsten Geburtstags des Grundgesetzes Staat und Gesellschaft dazu auf, die Wissenschaftsfreiheit zu stärken.

          Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat sich dazu verpflichtet, Wissenschaftlern, die in ihren Heimatländern als Regimegegner verfolgt werden, Schutz und Hilfe zu gewähren. Aber auch in Deutschland kann die Wissenschaftsfreiheit dadurch bedroht werden, dass sich Betrugsfälle in Dissertationen und wissenschaftlichen Aufsätzen, Machtmissbrauch oder „Fake Science“ häufen und so das Vertrauen der Gesellschaft untergraben. „Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden ihrer Verantwortung gerecht, indem sie hohe Standards guter wissenschaftlicher Praxis, Integrität, Compliance, Rechtssicherheit und Mitarbeiterschutz erfüllen“, heißt es im Memorandum zur Wissenschaftsfreiheit, das von allen wichtigen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland getragen wird. Freie Wissenschaft stehe außerdem nicht über dem Gesetz. Rechtliche und ethische Grenzen spielten gerade in der humanen Genomforschung, bei Tierversuchen oder künstlicher Intelligenz eine entscheidende Rolle. „Wissenschaftler müssen bei ethisch sensibler Forschung stets sorgfältig Chancen und Risiken ihres Tuns abwägen“. Dazu gibt es Ethikkommissionen und Beratungsstrukturen in den Einrichtungen. Bei Kooperationen mit Unternehmen und anderen Akteuren, die im Interesse der Innovationsfähigkeit nötig sind, müssten die in der Zusammenarbeit entstandenen Forschungsergebnisse und deren Unabhängigkeit gewährleistet sein. Die Allianz bezieht sich dabei auf Einzelfälle, bei denen Unternehmen den Versuch machten, sich in die Forschung einzumischen. Angesichts der zunehmenden Versuche, missliebige Meinungen in Universitäten zu unterdrücken, erinnern die Wissenschaftsorganisationen daran, dass die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden ein wesentliches Fundament der Wissenschaftsfreiheit sei. Außerdem ruft die Allianz dazu auf, die Qualität wissenschaftlicher Forschung nicht allein quantitativ zu bemessen. Zahlreiche Anreiz- und Belohnungssysteme könnten die Wissenschaftsfreiheit sonst einschränken.

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