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Baden-Württemberg : Wirtschaft wird Schulfach

Früh übt sich: Wirtschaft erobert den Lehrplan Bild: dpa

Die Schulen sollen schon früh und umfassend wirtschaftliche Zusammenhänge lehren. Die flächendeckende und umfassende Ausbildung macht Baden-Württemberg zum Vorreiter.

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          Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg will ab dem Schuljahr 2016/2017 an allen allgemeinbildenden Schulen das neue Schulfach „Wirtschaft Berufs- und Studienorientierung“ einführen. Das kündigte Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD) an.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Qualifikation der Schüler soll im Hinblick auf Berufsorientierung, Studienwahl und ökonomische Grundbildung verbessert werden. Für die praxisorientierten Werkrealschulen, die Realschulen und die Gemeinschaftsschulen soll das neue Fach in den Klassen 7 bis 10 mit fünf Stunden in der Woche unterrichtet werden. An den Gymnasien wird es in den Klassen 8 bis 10 mit jeweils drei Stunden pro Woche unterrichtet.

          „Lernen fürs Leben“

          Praktiker aus dem beruflichen Alltag - Geschäftsführer, Gewerkschafter, Auszubildende oder Abteilungsleiter - sollen in den Klassen referieren. Das Fach soll in den neuen Bildungsplan aufgenommen werden, der allerdings vor der nächsten Landtagswahl Anfang 2016 nicht mehr in Kraft treten wird. Ursprünglich war die Einführung des neuen Faches schon für den Bildungsplan 2015/2016 vorgesehen.

          „Wenn wir sagen, dass an der Schule fürs Leben gelernt wird, dann gehört doch die Wirtschaft unbedingt dazu“, sagte Schmid im Gespräch mit FAZ.NET. „Das betrifft sowohl die kleinen und großen wirtschaftlichen Zusammenhänge als auch die Orientierung für das Berufsleben. Bislang wird dieses Wissen aber noch zu wenig vermittelt. Mit dem neuen Schulfach wollen wir das ändern.“

          In allen Bundesländern gehören berufsbildende Themen zum Pflichtstoff in der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II. An den Gymnasien in Bayern, Bremen, Thüringen, Brandenburg, Hessen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wird das Fach Wirtschaft oft angeboten. Eine derart flächendeckende und umfassende Ausbildung, wie sie nun die grün-rote Landesregierung im Südwesten plant, wäre aber neu.

          Das neue Schulfach ist nach eigenem Bekunden ein „Herzensanliegen des Ministers“ Schmid, weshalb er es selbst angekündigt und dies nicht Kultusminister Andreas Stoch (SPD) überlassen hat. Im Kultusministerium hieß es, für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schulen sei eben auch der Wirtschaftsminister zuständig.

          Der neue baden-württembergische Bildungsplan, der wegen seiner Erweiterung um das Thema „Sexuelle Vielfalt“ vielfach kritisiert worden war, enthält das Thema „Berufliche Orientierung“ als „Leitperspektive“.

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