https://www.faz.net/-gpf-xtgb

Wikileaks : Washington fordert Zugriff auf Twitter-Daten

  • Aktualisiert am

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange Bild: dpa

Das amerikanische Justizministerium hat Informationen von dem Kurznachrichtendienst Twitter über Unterstützer der Enthüllungsplattform Wikileaks angefordert. Dabei gehe es nach Angaben von Wikileaks auch um Kontaktdaten und private Nachrichten des Wikileaks-Gründers Assange.

          Die Vereinigten Staaten verstärken die Verfolgung der Enthüllungs-Plattform Wikileaks: Die Justizbehörden versuchen nach Berichten vom Samstag, über den Kurznachrichtendienst Twitter an Informationen über Wikileaks und deren Gründer Julian Assange zu kommen. Ein Bundesgericht in Virginia fordert das soziale Netzwerk auf, weitreichende Informationen über Kommunikation in Verbindung mit Wikileaks den Behörden zu übergeben. Es werden konkrete Angaben über Twitter-Nutzer wie etwa deren Adressen verlangt.

          Dabei gehe es auch um die privaten Nachrichten des Wikileaks-Gründers Julian Assange, Kontaktinformationen und andere persönliche Details zu dem Australier sowie drei weiteren Personen, die mit der Plattform in Verbindung stehen, berichtete Wikileaks am Samstag. Das in San Francisco ansässige Unternehmen Twitter lehnte eine Stellungnahme ab.

          Informationen auch über Bradley Manning verlangt

          Aus der auf der Internetseite salon.com veröffentlichten Vorladung an den Kurznachrichtendienst vom 14. Dezember geht hervor, dass die angeforderten Informationen „relevant für laufende strafrechtliche Ermittlungen“ seien. Zugleich wurde Twitter davon in Kenntnis gesetzt, dass es weder Assange noch die anderen Betroffenen über die Vorladung informieren dürfe.

          Die amerikanischen Behörden versuchen zwar seit längerem gegen Wikileaks vorzugehen, die Enthüllungen von klassifizierten Diplomatendepeschen sowie Militärberichten über die Kriege im Irak und in Afghanistan in Umlauf gebracht hat. Konkrete juristische Schritte sind aber offenbar schwierig. Vor allem ein Vorgehen wegen Spionage sei kompliziert, heißt es.

          Das Gericht in Alexandria bei Washington verlangt auch Informationen über Twitter-Kommunikation über den Gefreiten Bradley Manning, der in Verdacht steht, Geheimdokumente an Wikileaks weitergegeben zu haben. Manning sitzt derzeit in Virginia in Haft.

          Den Behörden sind bislang keine Übergriffe bekannt

          Zugleich bemüht sich die amerikanische Regierung um den Schutz von Menschenrechtlern, Dissidenten und Politikern, die durch veröffentlichte amerikanische Depeschen durch Wikileaks bloßgestellt worden seien. Die Vereinigten Staaten hätten weltweit etwa eine Handvoll Personen in autoritären Staaten vor möglichen Repressionen in Sicherheit gebracht, gab das Außenministerium in Washington am Freitag bekannt.

          Wikileaks hat bislang 2.700 geheime amerikanische Diplomatendepeschen veröffentlicht. Den amerikanischen Behörden seien noch keine Fälle von Übergriffen bekannt, die im Zusammenhang mit der Veröffentlichung stünden, heißt es in der „New York Times“. Allerdings sei das Außenministerium vor allem über die Diplomatenberichte besorgt, die noch nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden seien - das dabei handelt es sich um 99 Prozent der insgesamt mehr als 250.000 Depeschen.

          Weitere Themen

          Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf

          Vor Halbinsel Peloponnes : Kreuzfahrtschiff nimmt 111 Migranten auf

          Seit die Balkanroute weitgehend geschlossen ist, versuchen viele Migranten, aus Griechenland oder der Türkei nach Italien zu kommen. Nun nahm die „Marella Discovery“ zahlreiche Menschen auf, die in griechischen Gewässern in Seenot geraten waren.

          Iran veröffentlicht Kaperung des Tankers Video-Seite öffnen

          London droht mit Sanktionen : Iran veröffentlicht Kaperung des Tankers

          Der Iran hatte den Tanker beschlagnahmt, weil er in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein soll und dessen Notruf ignoriert habe. Großbritannien beklagt einen Verstoß gegen das Völkerrecht – und droht mit Konsequenzen.

          Die Fortsetzung der Revolution

          Wahlen in der Ukraine : Die Fortsetzung der Revolution

          Die Ukrainer wählen an diesem Sonntag ein neues Parlament. Ihm werden voraussichtlich viele junge Menschen angehören, die sich bei einem Casting durchgesetzt haben – bei dem sie zur Probe „Gesetzentwürfe“ schreiben mussten.

          Topmeldungen

          FAZ Plus Artikel: Erstes Zeitungsinterview : AKK stellt sich vor ihre Soldaten: „Kein Generalverdacht“

          In ihrem ersten Zeitungsinterview als Verteidigungsministerin spricht Annegret Kramp-Karrenbauer über ihr Verhältnis zum Militär, über das Vermächtnis der Männer des 20. Juli und über den Lieblingspulli ihrer Teenagerzeit. Auch in kritischen Zeiten werde die Truppe ihr Vertrauen genießen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.