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Prozess gegen Assange : An der Nase

Erst Ende Februar soll über die Auslieferung Assanges nach Schweden entschieden werden Bild: dpa

Die Anhänger und Anwälte Julian Assanges halten den Haftbefehl der schwedischen Justiz für eine Verschwörung. Mit demselben Recht könnte man allerdings die Art und Weise, wie das Verfahren in die Länge gezogen wird, für eine Verschwörung halten.

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          Das Verfahren gegen Julian Assange in die Länge zu ziehen ist ganz nach dem Geschmack seiner Unterstützer. Oder muss man sie Anbeter nennen? Wie dessen Anwälte halten sie den Haftbefehl der schwedischen Justiz wegen des Verdachts der Vergewaltigung für eine Verschwörung. Mit demselben Recht könnte man allerdings die Art und Weise, wie das Verfahren in die Länge gezogen wird, für eine Verschwörung halten.

          Dass Assange und seine Gemeinde von Verschwörung reden, ist nicht weiter verwunderlich, hält die von Wikileaks inspirierte Internet-Szene doch jegliches staatliche Handeln für Verschwörung. Denn der Staat handelt ihrer Ansicht nach zuvörderst im Verborgenen und entmündigt damit seine Bürger.

          Das einzige Mittel dagegen sei der Krypto-Bürger, der verdeckte staatliche Kommunikation aufspürt, zerstört und sich gegen staatliche Autorität schützt, indem er all sein Tun als Privatgeheimnis verschlüsselt und versteckt. Dass sich polizeiliche Ermittlungen damit schwer vertragen, liegt auf der Hand. Nicht aber, dass sich Polizei und Justiz davon an der Nase herumführen lassen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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