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Wikileaks : Zeitung: Vermutlich keine Anklage gegen Assange

  • Aktualisiert am

Julian Assange sitzt noch immer in der ecuadorianischen Botschaft in London fest Bild: dpa

Julian Assange hat womöglich eine Sorge weniger: Laut der „Washington Post“ will das amerikanische Justizministerium von einer Anklage wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente absehen. Es gebe auch noch keine Klageschrift.

          Die Vereinigten Staaten werden Wikileaks-Gründer Julian Assange laut einem Zeitungsbericht vermutlich nicht wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente anklagen. Das Justizministerium habe das „so gut wie beschlossen“, berichtete die „Washington Post“ am Dienstag unter Berufung auf ungenannte Regierungsvertreter. Entgegen bisheriger Spekulationen gebe es auch noch keine geheime Klageschrift. Eine endgültige Entscheidung sei gleichwohl noch nicht gefallen.

          Die Zeitung schreibt weiterhin, das Justizministerium habe eine Anklage gegen Assange sehr konkret geprüft. Es habe aber ein Problem, das Mitarbeiter als „New York Times“-Problem bezeichneten: Würde Assange angeklagt, müssten auch amerikanische Medien und Journalisten angeklagt werden, die ausgewählte Dokumente von Wikileaks veröffentlicht hatten. Zu Assanges Gunsten fiel bei der Prüfung angeblich der Umstand ins Gewicht, dass er die Dokumente nicht selbst entwendete, sondern sie lediglich publizierte.

          Assange-Vertraute bleiben skeptisch

          Vertraute von Julian Assange blieben trotz des Berichtes skeptisch. „Wir haben das Justizministerium mehrfach dazu aufgefordert, uns den Stand des Verfahrens mitzuteilen“, sagte Assanges Rechtsanwalt Barry Pollack in Washington. „Aber sie haben das abgelehnt. Sie haben uns auch nicht informiert, dass sie die Untersuchung einstellen werden.“ Einen solchen Schritt würde man natürlich begrüßen. Ähnlich hatte sich Wikileaks-Sprecherin Kristin Hrafnasson geäußert.

          Wikileaks hatte in den Jahren 2010 und 2011 Zehntausende vertrauliche Depeschen des amerikanischen Außenministeriums veröffentlicht, unter ihnen waren Dokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan. Die Veröffentlichung hatte weltweit für Aufregung und auch Empörung gesorgt. Als Quelle der Dokumente wurde der Obergefreite Chelsea (zuvor: Bradley) Manning im Sommer zu 35 Jahren Haft verurteilt.

          Assange sitzt derzeit noch immer in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Er will einer Auslieferung nach Schweden entgehen, wo ihm sexuelle Vergehen vorgeworfen werden. Assange sagte, er befürchte, von Schweden an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden.

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