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Wikileaks-Informant : 35 Jahre Haft für Bradley Manning

  • Aktualisiert am

Kommt glimpflich davon: Bradley Manning Bild: AP

Der Wikileaks-Informant Bradley Manning ist zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Richterin blieb deutlich unter der Höchststrafe. In zehn Jahren kann Manning Entlassung auf Bewährung beantragen.

          Der 25 Jahre alte Bradley Manning ist am Mittwoch zu einer Haftstrafe von 35 Jahren verurteilt worden, könnte aber in gut zehn Jahren auf freien Fuß kommen. Die Militärrichterin in Fort Meade verfügte ferner Mannings unehrenhafte Entlassung aus den amerikanischen Streitkräften.

          Als Heeresgefreiter in einer Aufklärungseinheit hatte Manning in den Jahren 2009 und 2010 vom Irak aus etwa 700.000 Geheimdokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet, darunter Informationen über die Kriegführung im Irak und in Afghanistan sowie Depeschen amerikanischer Diplomaten.

          Die Richterin blieb mit ihrer Entscheidung deutlich unter der möglichen Höchststrafe von 90 Jahren und selbst der Forderung der Anklage, Manning für 60 Jahre zu inhaftieren. Nach den Regeln von Militärverfahren wird die Entscheidung automatisch von einer Berufungsinstanz überprüft.

          Demonstration für Manning in Fort Meade, Maryland

          Wegen Mannings Untersuchungshaft und der für illegal erklärten Isolationshaft reduziert sich die noch abzusitzende Strafe um knapp vier Jahre. Von den gut 31 Jahren muss Manning ein Drittel absitzen, bevor er eine Freilassung auf Bewährung beantragen kann.

          Die Anklage hatte ein hartes Urteil gefordert, um ein Signal gegen Geheimnisverrat zu setzen. Die Verteidigung hatte Manning als psychisch labilen Soldaten dargestellt, der irrtümlich geglaubt habe, mit den Enthüllungen die Welt verbessern zu können.

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