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Dänemark und Deutschland : Nur durch einen Wildschweinzaun getrennt

Nur zum Schutz der Schweinezucht: Bauarbeiter bringen das letzte Stück des Zauns an der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland an. Bild: dpa

Dänen und Deutsche pflegen heute ein gutes Nachbarschaftsverhältnis. Doch das war nicht immer so. Besonders zu spüren bekamen das mehrere Generationen von Schleswigern. Ein Blick in die Geschichte.

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          Der Zaun des Anstoßes ist 70 Kilometer lang und 150 Zentimeter hoch. Seit einigen Wochen steht er schon in ganzer Länge an der Grenze zu Dänemark, von der Nord- bis zur Ostsee. Er soll verhindern, dass mit der Afrikanischen Schweinepest infizierte Wildschweine in das Königreich kommen. Abgesehen von den Zweifeln, ob der Zaun dabei überhaupt hilft, sorgt er aber auch dafür, dass die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland, zwischen Nord- und Südschleswig, auf einmal wieder sichtbar ist. Über Jahrhunderte hinweg waren die Beziehungen im Norden komplex, es gab Handel und Kämpfe, Austausch und Abneigung. Bis dann in den vergangenen Jahrzehnten die Beziehungen immer besser wurden. Es sei vorbildlich für Europa, sagt Flemming Meyer, der Vorsitzende des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW), wie man in der Region von einem Gegeneinander über ein Nebeneinander zu einem Miteinander gekommen sei. „Wir haben wahnsinnig viel erreicht.“ Von dem Zaun hält er nichts.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Im Norden wird viel gefeiert in diesen Monaten, und auch das hat mit der Grenze zu tun. Vor 100 Jahren war sie in zwei Volksabstimmungen festgelegt und gezogen worden, die Dänen feiern es als Jahr der „Wiedervereinigung“, und dazu begehen Deutschland und Dänemark noch ein „Kulturelles Freundschaftsjahr“. Der Kalender ist voll mit Veranstaltungen, es wird gedacht, geredet – und eben gefeiert. Am Freitag war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Kopenhagen, er wurde von der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen empfangen und erhielt eine Privataudienz bei der dänischen Königin Margrethe II. Die Staatskanzlei zitierte Günther mit der Äußerung, Schleswig-Holstein und Dänemark wollten ihre guten Beziehungen weiter ausbauen und vertiefen.

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