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Ressourcenausbeutung : Der Weg in die ökologische Pleite

Hamburg, Gänsemarkt: Teilnehmer der Klima-Demonstration am Welterschöpfungstag fordern einen nachhaltigeren Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Bild: dpa

Der Mensch arbeitet auf die ökologische Insolvenz des Planeten hin. Als nächstes wird der Weltklimarat IPCC auf Lösungen dringen. Ist eine Trendwende möglich? Die EU-Agrarpläne sprechen dagegen.

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          Zuerst der Rausch, dann diese nüchterne Zahl: 1,75. Ein Blick von oben verbindet Rausch und Zahl. In den vergangenen Tagen und Wochen lenkte beides den Blick auf unseren Heimatplaneten.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Zuerst also der Rausch. Das Erinnern an die Mondlandung vor fünfzig Jahren, ein denkwürdiges Ereignis ohne Frage, hat gezeigt: Wir sind immer noch berauscht von unseren Erfolgen. Wenn der Mensch will, überschreitet er auch planetare Grenzen. Und der galaktische Mensch hat noch große Pläne. Dann aber: Dass dabei der Mensch die Grenzen des eigenen Planeten noch immer nicht begreift, musste ihm diese Woche klarwerden, am 29. Juli. Auf diesen Tag fiel der „Earth Overshoot Day“, der Erdüberlastungstag. Es ist der Tag, an dem die Menschheit das Budget der Natur für dieses Jahr aufgebraucht hat – der Tag, an dem der Mensch das natürliche Regenerationsvermögen durch die Übernutzung von Ressourcen, durch Entwaldung, Bodenschwund, Naturzerstörung und die Anreicherung von klimaschädlichen Treibhausgasen untergräbt. 1,75 Erden wären nötig, um diese Verluste auszugleichen.

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