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Macron und Putin : Wie nett

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Freitag im Videogespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin Bild: Reuters

Für den russischen Präsidenten hat Macron nur nette Worte übrig. Für die bevorstehende deutsche EU-Ratspräsidentschaft bedeutet das nichts Gutes.

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          Dass er nicht naiv sei im Umgang mit Russland, hat Macron des Öfteren bekundet. Umso mehr sollte sein überaus freundschaftlicher Umgang mit Putin bei dem Videotreffen der beiden Präsidenten am Freitag zu denken geben. Macrons wohlwollender Kurs gegenüber Russland ist offensichtlich, doch mit den „vertrauensbildenden Gesprächen“ verstärkt er die Irritationen unter seinen europäischen Nato-Partnern und in der EU.

          Auch in Berlin muss der Schulterschluss Macrons mit Putin Besorgnis hervorrufen. Vor eineinhalb Wochen erst hat die Bundesanwaltschaft Anklage wegen eines mutmaßlichen Mordes im Auftrag der russischen Regierung erhoben. Bundeskanzlerin Merkel sprach am Wochenende davon, dass man „die hybride Kriegsführung, die Mittel der Destabilisierung“ als Muster russischen Handelns erkenne.

          Macron sollte also über allen innenpolitischen Motiven, die die Harmonie mit Putin vielleicht erklären helfen, die Solidarität mit seinen Bündnispartnern nicht vergessen. Gerade erst hat die EU die Russland-Sanktionen wegen des Krieges in der Ostukraine verlängert. Machte Macron also weiter wie bisher, sähe es aus, als lasse er sich von Putin vor den Karren spannen.

          Und wie ließe sich so noch eine gemeinsame europäische Außenpolitik mit Frankreich verwirklichen? Man wird auch auf die atmosphärischen Nuancen achten müssen, wenn Macron an diesem Montag in Meseberg mit Merkel zusammenkommt. Die Begrüßung mit Wangenküsschen fällt schon wegen Corona weg.

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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