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FAZ Plus Artikel Seehofer und Maaßen : Wie angelt man besorgte Bürger?

Zwei, die sich darauf verstehen, besorgte Bürger für sich einzunehmen: Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, und Innenminister Seehofer. Bild: dpa

Bierzeltreden, Anzweifeln von Hetzjagden, persönliche Haltung vor beruflicher Pflicht: Innenminister Seehofer und der Präsident des Verfassungsschutzes machen vor, wie man die besorgten Bürger des Landes für sich einnehmen kann.

          „Ich bin froh über jeden, der bei uns in Deutschland straffällig wird und aus dem Ausland stammt. Auch die müssen das Land verlassen.“ Dieser Satz stammt nicht von den braunen Strolchen, sondern vom Bundesinnenminister. Seehofer hat ihn Anfang August gesagt, damals fiel er niemandem auf, auch anwesenden Journalisten nicht. Vielleicht fanden sie ihn auch gut. Wenn man Seehofers Satz mit freundlicher Einfühlung zu seinen Gunsten auslegen will – er sprach ja im Bierzeltnebel –, dann könnte der gute Mann gemeint haben: Ich bin froh darüber, dass jeder, der in Deutschland straffällig wird und aus dem Ausland stammt, das Land verlassen muss. Nur stimmt das nicht. Es einfach zu behaupten ist unverantwortlich von einem derart wichtigen und obendrein in der Sache zuständigen Minister. Wer einem Regierungsmitglied traut – und das werden hoffentlich viele Menschen tun –, der muss ja denken, das Recht werde gebrochen, wenn aus dem Ausland „stammende“ Straftäter nicht irgendwie fortgeschafft werden.

          Dreht man Seehofer nicht wohlmeinend das Wort im Munde herum, hat er aber sowieso etwas ganz anderes gesagt: Dass er froh darüber sei, wenn Migranten in Deutschland Straftaten begehen, weil man sie dann loswerden kann. Im Gegensatz also zu jenen, die sich rechtstreu verhalten und bleiben – die helfen seiner Laune nicht auf. Es ist unvorstellbar, dass der Vorsitzende einer christlichen und sozialen Partei so fühlt und denkt, dass ihm Messerstecher lieber sind als etwa die abertausenden fleißigen Frauen, die in deutschen Kliniken und Heimen Kranke pflegen, aber aus dem Ausland stammen. Das kann Seehofer nicht gemeint haben.

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          Volker Zastrow

          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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