https://www.faz.net/-gpf-9xhqs

Versorgung von Migranten : Griechenland will nun doch Hilfe

08.03.2020, Türkei, Edirne: Kleidungsstücke hängen an der türkisch-griechischen Grenze auf einem Stacheldrahtzaun. Bild: dpa

Deutschland schickt Zelte, Betten und Heizungen, um die Not in den griechischen Flüchtlingslagern zu lindern. Bislang wollten die Griechen solche Hilfe nicht.

          1 Min.

          Griechenland hat wegen des zunehmenden Flüchtlingsdrucks an der griechisch-türkischen Grenze das Katastrophenschutzverfahren innerhalb der Europäischen Union aktiviert und die Mitgliedstaaten um Unterstützung gebeten. Deutschland schickt 150 Winterzelte, dazu Beleuchtung und Heizungen, außerdem 1500 Feldbetten.

          Der Umfang der Hilfe liegt bei 2,4 Millionen Euro. Zu den sechzig Bundespolizisten, die derzeit schon in Griechenland helfen, sollen weitere zehn hinzukommen. Deutschland hatte eigentlich zwanzig angeboten. Auch das Technische Hilfswerk könnte nach Griechenland geschickt werden.

          Derzeit befinden sich zwei Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Griechenland, auf den Inseln Chios und auf Lesbos. Weitere Anforderungen liegen derzeit nicht vor.

          Auch mit Technik will Deutschland helfen, etwa mit Scannern für den Fingerabdruck. Schon im Dezember hatte es entsprechende deutsche Angebote gegeben. Sie bezogen sich damals auf sogenannte IT-Tools des Bundesamtes zur Erkennung etwa von Dialekten. Da waren die Griechen aber nicht interessiert.

          Ohnehin hatte sich der Koalitionsausschuss am vergangenen Sonntag darauf geeinigt, gemeinsam mit anderen willigen europäischen Ländern Kinder aufzunehmen, vor allem Mädchen, Kranke und unbegleitete Flüchtlinge. Nach Auskunft von „Ärzte ohne Grenzen“ geht es konkret um 95 schwerkranke Kinder.

          Die Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Andrea Lindholz von der CSU, sagte der F.A.S. „Wir unterstützen Griechenland mit Personal, Material und Technik. Ich bin froh, dass die neue griechische Regierung Hilfe anfordert und annimmt.“ Bei der Vorgängerregierung sei das nicht immer so gewesen.

          Tatsächlich hatte es von der deutschen Seite immer wieder Hilfsangebote gegeben, auf die Griechenland aber wenig oder gar nicht einging. So ist der Verbleib einer Hilfsleistung von 1,5 Millionen Euro ungeklärt. Auch da ging es schon um Betten, Matratzen und Decken. Lindholz: „Wir haben das Innenministerium gebeten, das noch einmal zu prüfen.“

          Auch gab es schon einmal das Angebot, das Technische Hilfswerk in Griechenland einzusetzen, das für zehntausend Menschen rasch Zelte aufbauen könnte. Auch das wurde von den Griechen nicht genutzt. Und schließlich gab es im vergangenen Jahr vom Bamf das Angebot, fünfzig unbegleitete Minderjährige aufzunehmen, aber nur neunzehn wurden tatsächlich von Griechenland nach Deutschland gebracht.

          Weitere Themen

          Unruhen in Amerika nehmen kein Ende Video-Seite öffnen

          Trotz Ausgangssperren : Unruhen in Amerika nehmen kein Ende

          In den Vereinigten Staaten ist es den fünften Tag in Folge in mehreren Städten zu Demonstrationen und Unruhen gekommen. Die Wut über den Tod von George Floyd bricht sich Bahn.

          Die Polizei wird der Lage nicht Herr

          Ausschreitungen in Amerika : Die Polizei wird der Lage nicht Herr

          In Atlanta verletzt ein Wurfgeschoss einen Polizisten. In New York fährt ein Polizei-SUV in eine Menschenmenge. In Richmond wird ein Brand gelegt. Präsident Trump setzt auf die Armee, um „Amerika wieder großartig zu machen“.

          Topmeldungen

          Ausschreitungen in Amerika : Die Polizei wird der Lage nicht Herr

          In Atlanta verletzt ein Wurfgeschoss einen Polizisten. In New York fährt ein Polizei-SUV in eine Menschenmenge. In Richmond wird ein Brand gelegt. Präsident Trump setzt auf die Armee, um „Amerika wieder großartig zu machen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.