https://www.faz.net/-gpf-num4

Westafrika : Militärputsch in Sao Tome und Principe

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

In der kleinen westafrikanischen Inselrepublik Sao Tome und Principe hat die Armee nach einem Putsch am Mittwoch die Macht übernommen.

          Meuternde Truppen haben im westafrikanischen Inselstaat Sao Tome und Principe die Ministerpräsidentin festgesetzt und Regierungsgebäude eingenommen, wie der portugiesische Rundfunksender Radiodifusao Portuguesa am Mittwoch berichtete.

          In der Nacht seien Schüsse zu hören gewesen und Regierungschefin Maria das Neves sei von aufständischen Soldaten festgenommen worden. Noch nach Stunden habe es vereinzelte Gefechte gegeben. Berichte über Verletzte lagen nicht vor. Die Straßen der Hauptstadt Sao Tome waren weitgehend verlassen. Der portugiesische Botschafter in Sao Tome und Principe, Mario de Jesus Santos, sagte, er warte auf eine Erklärung der Putschisten.

          Präsident offenbar außer Landes

          Präsident Fradique de Menezes war dem Rundfunkbericht zufolge außer Landes. Die frühere portugiesische Kolonie Sao Tome und Principe liegt vor der Küste Gabuns und gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Die rund 140.000 Einwohner haben in den vergangenen Jahren unter politischer Instabilität auf Grund von Machtkämpfen rivalisierender Parteien um neu entdeckte Ölvorkommen zu leiden gehabt.

          Mit einem Bruttosozialprodukt von umgerechnet nur etwa 1000 Dollar pro Kopf ist das Land sehr auf ausländische Hilfe angewiesen. Mit Kakao, dem bislang wichtigsten Exportgut, kann nur ein Bruchteil der nötigen Devisen erwirtschaftet werden. Neue Impulse erhoffte sich der Inselstaat vom Ausbau des Tourismus, doch kommen jährlich nur wenige tausend Fremde nach São Tomé und Príncipe. São Tomé und Príncipe wurde im 15. Jahrhundert von den Portugiesen entdeckt und kolonisiert. 1975 erhielt das Land seine Unabhängigkeit. Demokratische Verhältnisse gibt es erst seit 1990. Die hauptsächlich aus Mulatten und Schwarzen bestehende Bevölkerung ist zu 80 Prozent katholisch.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Handelsstreit : Washington verschiebt Zollerhöhung für Waren aus China

          Nachdem Peking die Strafzölle gegen amerikanische Autohersteller ausgesetzt hat, gehen auch die Vereinigten Staaten wieder einen Schritt auf China zu: Die Schutzzölle auf chinesische Güter sollen nun erst am 2. März 2019 angehoben werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.