https://www.faz.net/-gpf-7y2ma

Westafrika : Militärputsch in Gambia vereitelt

  • Aktualisiert am

Präsident Yahya Jammeh (Archivbild von 2006) Bild: AP

Im westafrikanischen Gambia haben Streitkräfte der Regierung einen Putschversuch gegen Präsident Yahya Jammeh unterbunden. Der befindet sich außer Landes.

          Im westafrikanischen Gambia haben Streitkräfte der Regierung einen Putschversuch gegen Präsident Yahya Jammeh vereitelt. Wie die Nachrichtenseite „Jollof News“ am Dienstag berichtete, sollen dabei mindestens vier Menschen ums Leben gekommen sein. Augenzeugen in der Hauptstadt Banjul berichteten, die Menschen hätten sich in ihren Häusern verschanzt und alle Geschäfte seien geschlossen. Bewaffnete Anhänger des ehemaligen Militärführers Lamin Sanneh hätten am späten Montagabend den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Banjul und einen nahe liegenden Militärposten angegriffen. Daraufhin sei es zu heftigen Feuergefechten mit der Armee gekommen, die bis zum Morgen dauerten, hieß es. Präsident Jammeh ist derzeit außer Landes und soll sich zu einer medizinischen Untersuchung in Frankreich aufhalten.

          Sanneh, der 2013 von seinem Posten als Chef der Präsidentengarde enthoben und aus dem Land geflohen war, soll bei den Gefechten verletzt worden sein. Anderen Berichten zufolge ist er getötet worden. Vier seiner Kämpfer starben, vier weitere wurden festgenommen. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

          Es ist nicht der erste Umsturzversuch in dem kleinen Land am Atlantik. Jammeh selbst war 1994 mit einem Militärputsch an die Macht gekommen und regiert Gambia seither. Ihm werden immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Auch macht Jammeh seit Jahren mit Aussagen etwa zum Thema Homosexualität oder Aids von sich reden. 2008 äußerte er vor der UN-Vollversammlung, Schwule und Lesben seien eine der größten Bedrohungen für die menschliche Existenz.

          Weitere Themen

          Neues Referendum bei No-Deal-Brexit Video-Seite öffnen

          Schottland droht : Neues Referendum bei No-Deal-Brexit

          Schottland hat für den Fall eines No-Deal-Brexits ein Unabhängigkeitsreferendum angekündigt. „Wir sollten dies dann 2020 ins Auge fassen“, sagte Sturgeon am Mittwoch bei einem Besuch in Berlin.

          Topmeldungen

          Emmanuel Macron am Dienstag bei einer Veranstaltung im Elysée-Palast

          Frankreich : Der Präsident entdeckt das einfache Volk

          Emmanuel Macron will in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit stärker auf die Ängste ärmerer Franzosen vor Migranten eingehen – und stößt damit auf Widerstand.

          Die EU und Großbritannien : Warten auf Boris

          Einen Monat vor dem europäischen Gipfeltreffen, das Klarheit über den britischen EU-Austritt schaffen soll, wächst die Anspannung. Die EU hofft weiter auf konkrete Vorschläge aus Großbritannien. Doch die Zeit wird knapp.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.