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Weitere Snowden-Enthüllungen : Britischer Geheimdienst kann Internet manipulieren

  • Aktualisiert am

Graffiti-Kunst im britischen Cheltenham nimmt den Abhörwahn auf die Schippe Bild: AP

Weitere Unterlagen von Edward Snowden zeigen: Der britische Geheimdienst GCHQ verfügt über umfangreiche Möglichkeiten, Online-Umfragen zu beeinflussen, Web-Inhalte und E-Mail-Absender zu fälschen.

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          Der britische Geheimdienst GCHQ verfügt einem Medienbericht zufolge über umfangreiche technische Möglichkeiten, den Datenverkehr im Internet zu manipulieren. Der Dienst könne unter anderem Online-Umfragen und Besucherzahlen von Websites beeinflussen sowie Videos zensieren, berichtete der Journalist Glenn Greenwald in der Nacht zum Dienstag. Er beruft sich auf ein weiteres Dokument des amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden.

          Die Fähigkeiten zur Online-Manipulation werden demnach von der GCHQ-Einheit „Joint Threat Research Intelligence Group“ (JTRIG) bereitgestellt. Es handelt sich um ein Sammelsurium verschiedener Programme. Sie tragen Namen wie „Rolling Thunder“ (Donnergrollen) oder „Angry Pirate“ (Zorniger Pirat). Mit Hilfe dieser Software können Agenten des Dienstes zum Beispiel:

          1. die Ergebnisse von Online-Umfragen verändern
          2. Inhalte von Video-Websites entfernen
          3. Skype-Nutzer in Echtzeit überwachen durch Abzweigen von Anruflisten, Adresseinträgen und Nachrichten
          4. den Computer-Account eines Verdächtigen dauerhaft deaktivieren
          5. Datenverkehr auf Websites künstlich erhöhen
          6. bestimmte Videos auf Multimediaportalen wie Youtube „verstärken“ (gemeint ist wohl: die Plazierung beeinflussen)
          7. Webserver durch Denial-of-Service-Attacken angreifen (und damit - bei Erfolg - lahmlegen)
          8. E-Mail-Adressen übernehmen und unter ihnen gefälschte Nachrichten versenden

          Greenwald bezieht sich auf ein Dokument mit dem Titel „JTRIG Tools and Techniques“. Es handele sich dabei um eine interne Datenbank im Stil von Wikipedia, die bis zum Juli 2012 fast 20.000 Mal abgefragt wurde. Die dort genannten Techniken zählten zu den „alarmierendsten Propagandawerkzeugen“, die im Snowden-Fundus zu finden seien, schreibt Greenwald auf der Website „The Intercept“. Er bewertete die Software-Sammlung als „eine Art von Hacker-Buffet zur Verwüstung des Internets“.

          Greenwald veröffentlichte seinen Artikel kurz vor einer Debatte im britischen Unterhaus über ein neues Gesetz, das der Regierung von Premierminister David Cameron mehr Befugnisse bei der Online-Überwachung zugestehen soll. Das GCHQ äußerte sich offiziell nicht zu dem Artikel.

          Snowden und Greenwald hatten vor etwa einem Jahr mit ihren Enthüllungen die Affäre rund um den amerikanischen Militärgeheimdienst NSA (National Security Agency) und den britischen Geheimdienst GCHQ (Government Communications Headquarters) ins Rollen gebracht. Snowden hat in Russland Asyl erhalten, um sich der Strafverfolgung in den Vereinigten Staaten zu entziehen.

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