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Weißrussland : Todesstrafe für Anschlag auf Metro

  • -Aktualisiert am

Zu Tode verurteilt: Dmitri Konowalow und Wladislaw Kowalew Bild: REUTERS

Knapp acht Monate nach einem Anschlag auf die U-Bahn von Minsk mit 15 Toten hat der Oberste Gerichtshof Weißrusslands zwei 25 Jahre alte Männer zum Tode verurteilt.

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          Im „Minsker Terroristenprozess“ sind die beiden Angeklagten Dmitrij Konowalow und Wladislaw Kowaljew am Mittwoch zum Tod durch Erschießen verurteilt worden. Das Gericht hielt es für erwiesen, dass Konowalow den Anschlag in der Minsker Metro am 11. April begangen habe und dass Kowaljew bei der Vorbereitung der Tat geholfen und es unterlassen habe, die Behörden zu informieren.

          Bei dem Anschlag waren 15 Menschen getötet und etwa 300 verletzt worden. Konowalow hatte sich in der Haft schuldig bekannt, dies vor Gericht aber widerrufen, weil er mit Gewalt zu dem Geständnis gebracht worden sei. Kowaljew, der Konowalow im Gefängnis belastet hatte, gab vor Gericht als Grund dafür an, dass man ihm mit der Todesstrafe gedroht habe, und sagte, dass er furchtbare Schreie aus der Zelle gehört habe, in der sich Konowalow befunden habe.

          Verteidigung, unabhängige Prozessbeobachter und Bürgerrechtler hielten die Beweise der Anklage für Flickwerk und die Schuld der beiden Verurteilten keineswegs für erwiesen. Einiges deute sogar darauf hin, dass die Videoaufnahme der Überwachungskamera in der Minsker Metrostation, die als Hauptbeweis diente, manipuliert worden sei. In Weißrussland ist die Vermutung weit verbreitet, dass der Anschlag von Kräften des Regimes begangen wurde.

          Weißrussland ist das einzige europäische Land, in dem die Todesstrafe vollstreckt wird. Seit der Unabhängigkeit 1991 wurden etwa 400 Menschen hingerichtet.

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