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Konklave : Joseph Ratzinger ist Papst Benedikt XVI.

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Der neue Papst Benedikt XVI. Bild: AP

„Habemus Papam“ - Der neue Papst, Nachfolger von Johannes Paul II., ist der 78 Jahre alte Joseph Ratzinger. Damit wurde zum ersten Mal seit 482 Jahren wieder ein Deutscher Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Er nennt sich nun Benedikt XVI.

          Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger ist neuer Papst. Als Benedikt XVI. wird der 78jährige, der als strenger Bewahrer einer konservativen Glaubenslehre gilt, die katholische Kirche mit ihren weltweit 1,1 Milliarden Mitgliedern führen. 115 Kardinäle wählten ihn am Dienstag überraschend nur 26 Stunden nach Beginn ihres Konklaves im Vatikan zum Nachfolger des am 2. April verstorbenen Johannes Paul II..

          Ratzinger, früher Erzbischof von München und Freising, war als einer der aussichtsreichsten Favoriten gehandelt worden. Doch hatten viele Beobachter auch bezweifelt, daß sich die aus 52 Ländern stammenden Mitglieder des Konklaves mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit auf den in Fragen der Kirchendoktrin polarisierenden Hardliner Ratzinger würden einigen können. In Deutschland wurde seine Wahl mit Freude, aber auch Kritik kirchlicher Reformgruppen aufgenommen. Es war erst das dritte Mal seit rund 100 Jahren, dass der neue Papst bereits am zweiten Tag des Konklaves gefunden wurde.

          Aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle stieg kurz vor 18 Uhr weißer Rauch als Zeichen für eine erfolgreiche Wahl auf. Zunächst hatte es Irritationen um die Farbe des Rauches gegeben. Aber dann läuteten die Glocken des Petersdoms und bestätigten die Wahl eines neuen Oberhaupts der Katholiken. Ratzinger ist der 265. Pontifex. Johannes Paul II. war am 2. April im Alter von 84 Jahren gestorben.

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          „Habemus Papam“

          Der Kardinalprotodiakon Jorge Arturo Medina Estevez sprach auf dem Mittelbalkon des Petersdoms die traditionelle Formel „Annuntio vobis gaudium magnum, habemus Papam“ („Ich verkünde euch eine große Freude, wir haben einen Papst“). Dann nannte er den Geburtsnamen des neuen Pontifex und den Namen Benedikt XVI.

          Auf dem Petersplatz klatschten mehr als hunderttausend Menschen begeistert Beifall. Rund um den Vatikan gab es Hupkonzerte. Als erste Amtshandlung spendete der neue Papst den Segen „Urbi et Orbi“ (“Der Stadt und dem Erdkreis“). „Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn“, sagte er. „Ich vertraue mich Euren Gebeten an.“

          Die Kardinäle, sowohl der römischen Kurie als auch aus den großen Erzbistümern der Welt, bestimmten Ratzinger zum, so die päpstlichen Titel, „Bischof von Rom, Stellvertreter Jesu Christi, Nachfolger des Apostelfürsten (Petrus), Oberhaupt der Universalen Kirche, Patriarch des Abendlands, Primas von Italien, Erzbischof und Metropolit der römischen Kirchenprovinz, Souverän des Staates der Vatikanstadt“ und, wie der letzte Titel nach uralter Tradition demütig besagt, zum „Diener der Diener Gottes“.

          Ende der Sedisvakanz

          Mit der Wahl des neuen Papstes ist die Zeit der Sedisvakanz des Heiligen Stuhls vorüber. Sie begann mit dem Tod von Johannes Paul II. nach schwerer Krankheit, in dessen 85. Lebensjahr, dem 27. seines Pontifikats seit Oktober 1978. Unter weltweiter Anteilnahme war der Pole Karol Wojtyla am 8. April mit einem feierlichen Totenamt zur letzten Ruhe in den Grotten unter der Peterskirche geleitet worden.

          Danach hatten die Kardinäle, insgesamt 183 aus 86 Nationen, ihre Beratungen in Generalkongregationen aufgenommen. Am Montag waren sie nach einem feierlichen Gottesdienst am Vormittag, zelebriert von Ratzinger in seiner Funktion als Dekan des Kollegiums, noch am Nachmittag zum ersten Wahlgang in die Sixtinische Kapelle eingezogen.

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