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Benedikt XVI. : Feierliche Amtseinführung für den neuen Papst

  • Aktualisiert am

Die Arbeit beginnt Bild: dpa/dpaweb

Eine halbe Million Pilger und Staatsgäste aus aller Welt werden zur Messe am Sonntag auf dem Petersplatz erwartet, mit der Joseph Ratzinger in sein Amt als Papst Benedikt XVI. eingeführt wird. Auch Trachtengruppen und Gebirgsschützen aus Bayern sind dabei.

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          Zur Amtseinführung von Papst Benedikt XVI. reist am Wochenende eine große Delegation aus Deutschland mit Bundespräsident Horst Köhler an der Spitze nach Rom.

          Neben dem Bundespräsidenten und seiner Gattin werden auch Bundestagsvizepräsident Norbert Lammert (CDU), Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Frau Doris, Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und die CDU-Vorsitzende Angela Merkel bereits am Samstag in einer Maschine nach Rom fliegen. Die Rückkehr ist für Sonntag abend geplant. Außenminister Fischer (Grüne), der am Montag im Visa-Untersuchungsausschuß des Bundestags aussagen soll, nimmt nicht an der Zeremonie am Sonntag in Rom teil.

          Stoiber kommt mit großer bayerischer Delegation

          Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber reist wegen der Herkunft des Papstes aus Oberbayern mit einer mehr als 120 Köpfe zählenden bayerischen Delegation gesondert an. Für Heimatgefühle beim Papst könnten Trachtler und Gebirgsschützen sorgen, die in ihren farbenfrohen Uniformen mit der bayerischen Gruppe mitfliegen. Der neue Pontifex war noch in seiner Zeit als Kardinal Ratzinger zum Ehrenmitglied bei den Tegernseer Gebirgsschützen ernannt worden.

          Italienische Schulkinder auf dem Petersplatz

          Ebenfalls im Bayern-Troß dabei sind Vertreter all jener Kommunen, zu denen Ratzinger während seiner Zeit im Freistaat besondere Beziehungen hatte. Dies sind neben seinem Geburtsort Marktl noch Regensburg und Pentling sowie München und Freising, dessen Erzbischof der neue Papst von 1977 bis 1982 war.

          Auch Bendiktinermönche dabei

          Die Delegation wird vervollständigt durch Ordensschwestern und Mönche der Benediktiner, nach deren Gründer sich Papst Benedikt XVI. benannt hat. Für die aus Bayern kommende Gruppe sei ein besonderer Platz in der Nähe des Papstaltares vorgesehen, teilte die Staatskanzlei weiter mit.

          Es werden Staatsgäste aus aller Welt im Vatikan und rund eine halbe Million Pilger in Rom erwartet. Die Vereinigten Staaten werden unter anderen durch Vizepräsident Richard Cheney vertreten sein werden.

          Benedikt XVI. bestätigt die neue „Vatikan“-Regierung

          Am Donnerstag hatte Papst Benedikt XVI. die bisherigen Kurienchefs in ihren Ämtern bestätigt. Wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte, wird Angelo Sodano „bis auf weiteres“ wieder Kardinalstaatssekretär.

          Außerdem bestätigte Benedikt XVI. Erzbischof Giovanni Lajolo als Außenminister und Erzbischof Leonardo Sandri als Innenminister des Vatikans. Auch die Leiter der anderen Vatikanbehörden, die mit dem Tod Johannes Paul II. automatisch ihre Ämter verloren hatten, wurden wieder eingesetzt. Die Präfekten der Kongregationen und die Präsidenten der Päpstlichen Räte, darunter der deutsche Kardinal Walter Kasper, sollen bis zum Ende ihrer fünfjährigen Amtszeit weiterwirken. Unbesetzt bleibt zunächst das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation, das bisher der zum Papst gewählte Joseph Kardinal Ratzinger innehatte.

          Lehmann verteidigt Ratzinger

          Unterdessen ebbt die Kritik am neuen Papst nicht ab. In Deutschland hat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, vor verfrühten Urteilen über Papst Benedikt XVI. gewarnt. Es sei nicht gerechtfertigt, Ratzinger eine nur konservative Haltung zu unterstellen, die Weiterentwicklungen der katholischen Kirche ablehne. Lehmann sagte, er kämpfe schon lange gegen ein verzerrtes Bild von Kardinal Joseph Ratzinger.

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