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Benedikt XVI. : Feierliche Amtseinführung für den neuen Papst

  • Aktualisiert am

Sperrung des Luftraums erwartet

Unterdessen haben in Rom die Vorbereitungen auf den erwarteten Pilgeransturm begonnen. Nachdem im Umfeld der Beisetzung von Johannes Paul II. mehr als zwei Millionen Menschen nach Rom gekommen waren, rechnet der Leiter des italienischen Zivilschutzamtes, Guido Bertolaso, diesmal mit einem deutlich geringeren Andrang.

Mehrere Hundertschaften von Polizei und Zivilschutz waren auch während des Konklaves in Rom geblieben, um bei der Wahl und Amtseinführung des neuen Papstes die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Wie schon nach dem Tod von Johannes Paul II. werden eine Sperrung des Luftraums, der Einsatz von Sonderbussen und Sonderzügen sowie weiträumige Verkehrsumleitungen erwartet. Für die Übertragung der Zeremonie vom Petersplatz wurden erneut auf mehreren Plätzen Großbildschirme aufgestellt.

Am Freitag wird der deutsche Papst alle in Rom anwesenden Kardinäle treffen, wie Vatikansprecher Joaquín Navarro-Valls mitteilte. Am Samstag wird der frühere Kardinal Joseph Ratzinger dann mit den beim Heiligen Stuhl akkreditierten Journalisten zusammenkommen. Zu der Messe am Sonntag um 10 Uhr werden bis zu eine halbe Million Gläubige erwartet. Die offiziellen Delegationen, die zu der Zeremonie anreisen, will der Papst am Montag empfangen.

China verlangt Abbruch der Beziehungen zu Taiwan

Zugleich beginnt das diplomatische Geschäft Benedikts XVI.: So hat Chinas deutlich gemacht, daß es den Wechsel im Vatikan zur Verbesserung seiner außenpolitischen Situation nutzen will. Regierungschef Wen Jiabao stellte sogleich Bedingungen an den Vatikan: Den Abbruch der Beziehungen des Vatikans zu Taiwan und die Nichteinmischung Roms in die staatlich kontrollierte „patriotische Kirche“ Chinas, die dazu dient, romtreue Katholiken in den Untergrund zu zwingen.

Jiabao forderte beim Besuch von Frankreichs Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin in Peking, der Vatikan müsse die kommunistische Führung in Peking als alleinige Regierung Chinas anerkennen und dürfe sich „nicht in innere Angelegenheiten Chinas einmischen“. Der Vatikan erkennt als einziger europäischer Staat Taiwan diplomatisch an, so daß Peking einen Abbruch der Beziehungen zu der als abtrünnige Provinz betrachteten Insel verlangt.

Da die Katholiken in China nur in der staatlichen „patriotischen“ Kirche ihren Glauben ausüben dürfen, die den Papst nicht als Oberhaupt anerkennt, lehnt Peking ferner den Einfluß des Papstes auf Kirchenstrukturen in China etwa über die Ernennung von Bischöfen ab. Der Vatikan ist wiederum besorgt über die Verfolgung von chinesischen Katholiken, die loyal zum Papst stehen und im Untergrund ihrem Glauben nachgehen.

Erste Auslandsreise Benedikts XVI. nach Polen

Die erste Auslandsreise von Papst Benedikt XVI. soll nach Angaben des Münchner Kardinals Friedrich Wetter nach Polen gehen. Dies sei „eine schöne Reverenz an seinen Vorgänger“, sagte Wetter. „Es wird auch sicher nicht zu lange dauern, bis er seiner Heimat einen Besuch abstattet“, fügte der Kardinal hinzu.

In München wird damit gerechnet, daß der Papst anläßlich des Weltjugendtags im August in Köln auch einen Abstecher nach Bayern macht. Zu Spekulationen, ob Benedikt XVI. abermals einen Deutschen als seinen Nachfolger an der Spitze der Glaubenskongregation berufen könnte, sagte Wetter: „Das glaube ich eher nicht.“

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