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Kritik an Thailands Königshaus : Bei der Hymne bleiben sie sitzen

  • -Aktualisiert am

Schutzschirme: Noch im Oktober 2020 waren die Demokratieaktivisten öffentlich präsenter. Bild: Action Press

Vor zwei Jahren hat eine junge Demokratiebewegung Thailand aufgerüttelt. Mittlerweile ist es still um sie geworden. Die Justiz setzt den Aktivisten mit Prozessen wegen Majestätsbeleidigung zu.

          5 Min.

          Ein Einfamilienhaus irgendwo in Bangkok. Unter dem Dach eines Vorbaus sitzen im Hof des Hauses einige junge Thais. Sie sehen verschlafen aus, beginnen ihren Tag mit einer Zigarette und einer Tasse Tee oder Kaffee. Es ist wohl spät geworden, immerhin ist einer von ihnen am Tag vor diesem Treffen aus dem Gefängnis entlassen worden.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Jatupat Boontararaksa, von seinen Mitstreitern „Pai Dao Din“ oder auch nur „Pai“ genannt, saß sechs Monate lang im Gefängnis. Ihm wurden eine Reihe von Vergehen angelastet, die alle in Zusammenhang mit seinem Einsatz für die Demokratie in seiner Heimat stehen. Einer der Vorwürfe gegen ihn lautete auf Majestätsbeleidigung. In Thailand kann dies unter dem berüchtigten Paragraphen 112 des Strafgesetzbuches mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden. Jetzt aber freue er sich erst mal, Kaffee zu trinken, zu rauchen und „die Freiheit zu haben, zu tun, was ich möchte“, sagt der 31 Jahre alte Aktivist.

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