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Militäreinsatz vor Libyen : Tropfen auf heißen Stein

Der beschlossene Militäreinsatz Italiens vor der libyschen Küste wird die Flüchtlingskrise im Mittelmeer nicht lösen. Dazu ist mehr vonnöten.

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          Das italienische Parlament hat einem Militäreinsatz zur Unterstützung der libyschen Küstenwache zugestimmt. Den Strom von Auswanderern Richtung Italien wird das nicht aufhalten.

          Die Entscheidung stärkt aber die schwache Regierung von Ministerpräsident Sarradsch. Je mehr Institutionen, die ihm unterstehen, funktionieren, desto eher kann sich seine Regierung behaupten. Seinem Gegenspieler Haftar kommt die Nachricht aus Rom nicht gelegen. Er greift nach der Macht im ganzen Land und muss an einem Scheitern der italienischen Mission interessiert sein. Der Beschluss des Parlaments ist ein Tropfen auf den heißen Stein; die italienische Militärpräsenz vor Libyens Küste wird den Schleppern die Arbeit erschweren.

          Eine Lösung ist er nicht. Dazu ist mehr erforderlich: In Libyen muss eine Regierung herrschen, die sich durchsetzen kann; den Schleppern und den NGOs ist das Handwerk zu legen; in dem reichen Land könnte zwischen der Subsahara und der Mittelmeerküste in einen Korridor investiert werden, in dem Industrien und Arbeitsplätze entstehen, so dass die Auswanderer dort aufgefangen werden.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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