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Warnung vor Konsequenzen : Trump droht Iran in Großbuchstaben

  • Aktualisiert am

Droht: Donald Trump Bild: Reuters

„Bedrohen Sie niemals wieder die Vereinigten Staaten“, schreibt der amerikanische Präsident auf Twitter. Auch sein Außenminister fährt schwere verbale Geschütze auf.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani mit martialischen Worten vor Drohungen gegen die Vereinigten Staaten gewarnt. „Bedrohen Sie niemals wieder die Vereinigten Staaten, oder Sie werden Konsequenzen von der Art zu spüren bekommen, wie sie wenige zuvor in der Geschichte erleiden mussten“, schrieb Trump in der Nacht zum Montag auf Twitter. „Wir sind nicht länger ein Land, das Ihre wahnsinnigen Worte von Gewalt und Tod hinnehmen wird. Seien Sie vorsichtig!“, schrieb Trump weiter.

          Der Präsident hatte im Mai verkündet, dass sich die Vereinigten Staaten aus dem Atomabkommen mit Iran zurückziehen und Sanktionen gegen iranische Finanzinstitute sowie den Energiesektor bis November wieder voll in Kraft setzen. Trumps Tweet beginnt mit den Worten: „An Irans Präsidenten Ruhani“. Den weiteren Text verfasste er komplett in Großbuchstaben.

          Auch Amerikas Außenminister Mike Pompeo schlug verbal auf Iran ein. Iran „wird von etwas geleitet, das der Mafia mehr ähnelt als einer Regierung“, sagte Pompeo am Sonntag in einer Rede im kalifornischen Simi Valley. Präsident Hassan Ruhani und Außenminister Dschawad Sarif seien nur „polierte Frontmänner für die internationale Trickbetrügerei„ scheinheiliger Ayatollahs, die „sich mehr um Reichtum als um Religion sorgen“. Die iranische Führung habe von Korruption, Veruntreuung und anderen illegalen Geschäften profitiert.

          Die Vereinigten Staaten würden alle Iraner unterstützen, die unzufrieden mit ihrer Führung seien, sagte Pompeo. Er kündigte an, dass die Regierung einen Fernseh- und Radio-Sender starten werde, der auch im Internet zu empfangen sein werde. Zudem werde die amerikanische Regierung den Iranern helfen, die Internet-Zensur zu umgehen. Amerikanischen Regierungsvertreten zufolge hat die Regierung in Washington zuletzt eine Kommunikationsoffensive gestartet und versucht mit Reden und Online-Beiträgen Unruhe im Iran zu stiften. So würden iranische Spitzenvertreter etwa durch übertriebene Darstellungen in ein schlechtes Licht gerückt. Ziel sei es, Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser sein Atomprogramm und die Unterstützung militanter Gruppen beende.

          Zugleich wertete Pompeo die seit Dezember anhaltenden Proteste im Iran als die „längsten und energischsten“ seit 1979, als nach dem Sturz des Schahs die Islamische Republik gegründet wurde. Die Iraner wollten mit Würde, Verantwortung und Respekt regiert werden, sagte er während seiner Rede in der Ronald-Reagan-Stiftung. Ein Ziel sei es, die Ölexporte der Islamischen Republik bis zum 4. November weitestmöglich auf Null zu drücken, sagte Pompeo weiter.

          Die Proteste im Iran wenden sich unter anderem gegen Korruption, Unterdrückung der Frauen und religiöser Minderheiten, Knappheit von Wasser und anderer Ressourcen. Auf die Straße gingen all jene Gruppen, die vom „revolutionären Regime“ schlecht behandelt würden, sagte Pompeo. Er kritisierte zugleich die Politik des Irans in der Region als destabilisierend.

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