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Wahlprogramm von CDU und CSU : Grün – aber ohne die Grünen

Seit’ an Seit’: Armin Laschet und Markus Söder nach der Vorstellung des Wahlprogramms am Montag in Berlin Bild: dpa

Ein Herz und eine Seele: Markus Söder will bei der Vorstellung des Wahlprogramms vorführen, dass sein Machtkampf gegen Armin Laschet nichts kaputtgemacht habe. Der Kanzlerkandidat spricht lieber über Weltpolitik.

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          Für einen kurzen Moment erlag Markus Söder dann doch der Versuchung. Bei dem Auftritt Söders mit dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet war dieser am Montagmittag gefragt worden, ob er denn noch wisse, was ein Liter Benzin koste. Laschet überlegte ein wenig. Er ahnte vielleicht, was passieren würde, wenn er kräftig danebenliegen sollte. Dann nannte Laschet einen Betrag von 1,30 Euro für Diesel. Superbenzin sei entsprechend teurer. Söder nutzte das ganz kurze Wanken des Unionskanzlerkandidaten neben sich, um den Musterschüler zu geben. 1,55 Euro koste der Liter Super, 1,25 Euro der Diesel. „Das hast du vorher nachgeguckt“, unterstellte Laschet. Und tatsächlich gab Söder wenige Sätze später zu, dass er es auch nicht gewusst, aber eine SMS geschickt bekommen habe.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.
          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Dass der CSU-Vorsitzende Markus Söder auf diese Weise einen Vorsprung wieder hergibt; ein Mann, der Kanzlerkandidat hatte werden wollen und der so gerne andere überstrahlt, in jüngster Zeit vor allem Armin Laschet – das sagt mehr als alle Friedens- und Gemeinsamkeitsschwüre, die er am Montag leistete, nachdem die Präsidien von CDU und CSU sich auf ein knapp 140 Seiten umfassendes Programm für die Bundestagswahl geeinigt hatten.

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