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Wahlkampf : SPD verteidigt Merkel-Plakate

  • Aktualisiert am

Ende Juli: Kanzlerkandidat Peer Steinbrück stellt die SPD-Kampagne vor Bild: dpa

„Ein Kabinett, in dem sich die Beteiligten noch vor Kurzem als Gurkentruppe beschimpft haben“ könne nicht außerhalb der Kritik stehen, sagt der Fraktionsvorsitzende Steinmeier. Auch die CDU plakatiert Merkel.

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          Wenige Wochen vor der Bundestagswahl hat der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, die Wahlkampfplakate seiner Partei verteidigt, in denen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Spitzenpolitiker aus Union und FDP angegriffen werden. Wahlkampf bedeute eben auch Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner, sagte Steinmeier dem „Hamburger Abendblatt“ (Dienstagausgabe). „Ein Kabinett, in dem sich die Beteiligten noch vor Kurzem als Gurkentruppe beschimpft haben, eine Regierung, in der nichts entschieden wird, eine Frau Merkel, die nicht Präsidentin der Republik, sondern als Kanzlerin für dieses Kabinett verantwortlich ist - das kann nicht außerhalb der Kritik stehen.“

          Vorige Woche hatte die SPD ihre Wahlplakate vorgestellt, auf denen Merkel jeweils in Kombination mit kritischen Fragen etwa zur NSA-Affäre zu sehen ist. Die Strategie, den politischen Gegner zu zeigen, ist auch in der SPD umstritten.

          Nach und nach laufen in diesen Tagen die Werbekampagnen an. Die Berliner SPD hängte am Wochenende Tausende Wahlplakate mit Themen und Porträts der SPD-Kandidaten. Insgesamt sollen es 35.000 Plakate an Bäumen und Masten und 500 Großstellflächen in Berlin werden. Die Bewerber wollen 60.000 Hausbesuche machen und an 860 Infoständen für ihre Politik werben. Für den Wahlkampf gibt die Berliner SPD 300.000 Euro aus. Auch die anderen Parteien starteten den Wahlkampf mit Plakaten an Litfaßsäulen und Laternenmasten.

          CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe präsentiert die erste Kollektion Bilderstrecke
          CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe präsentiert die erste Kollektion :

          CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe stellte am Montag die Plakate seiner Partei vor. Zu Botschaften wie „Wachstum braucht Weitblick. Und einen starken Euro“ sind fröhlich schauende Menschen zu sehen. Gröhe wies den Vorwurf einer sinnentleerten Kampagne zurück und hob hervor, Plakate seien keine „Wandzeitungen“, sondern sollten in Kurzbotschaften die eigenen Wähler mobilisieren.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zunächst nur auf einem Plakat abgebildet. In einer zweiten und dritten Serie werde die Partei stärker auf die Kanzlerin setzen, sagte Gröhe. In Broschüren und Faltblättern soll zudem Merkel von ihrer persönlichen Seite gezeigt, etwa als Köchin: „Mein Mann beschwert sich selten“, schreibt sie mit Blick auf ihre angebliche Kochkunst. „Nur auf dem Kuchen sind ihm immer zu wenig Streusel.“ Mit Blick auf die Diskussion in der SPD über deren Merkel-Plakate witzelte Gröhe, die Union habe zu keinem Zeitpunkt überlegt, Peer Steinbrück zu plakatieren.

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