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Wahlkampf : Merkels Mut zur Selbstironie

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Merkel will was aus sich machen Bild: dpa

„Machen Sie mehr aus Ihrem Typ!“ Mit diesem Slogan und einem eher unvorteilhaften Bild von sich selbst sucht CDU-Chefin Merkel nach kreativer Unterstützung für den Wahlkampf 2002.

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          CDU-Chefin Angela Merkel zeigt Mut zur Selbstironie. Mit dem Slogan „Machen Sie mehr aus ihrem Typ“ und einem eher unvorteilhaften Foto von sich sucht Merkel nach kreativen Werbefachleuten für den CDU-Wahlkampf 2002. Wie eine CDU-Sprecherin FAZ.NET sagte, wird die Anzeige in der nächsten Ausgabe des Fachmagazins „W&V“ (Werben und Verkaufen, München) erscheinen.

          Das Bild von Merkel wurde vor ihrem Amtsanritt als CDU-Vorsitzende im April vergangenen Jahres aufgenommen. Ihr Haarschnitt ähnelt der Frisur von Prinz Eisenherz, der Mund ist etwas verkniffen und der Blazer hat zu dicke Schulterpolster. Die Idee zu der Kampagne hätten CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer und CDU-Internetsprecher Thomas Heilmann, ein Werbeprofi, gehabt. Diese Idee sei mit Frau Merkel weiter entwickelt worden.

          Meyer wies darauf hin, dass die CDU der Konkurrenz beim bevorstehenden Wahlkampf finanziell unterlegen sei. Deshalb setze die Partei auf Originalität. Die Aktion werde unter „großer Zustimmung“ von Frau Merkel veranstaltet, sagte die Sprecherin. Vor Merkels Amtsantritt hatte es immer wieder kritische Kommentare zu ihrem äußeren Erscheinungsbild gegeben - vorzugsweise zu ihrer Haartracht.

          Mit der ungewöhnlichen Anzeige in „W & V“ sollen Kreative aus der Branche angesprochen werden. „Wir wollen Leute von außen holen, die Spaß haben, den Bundestagswahlkampf mit zu gestalten“, sagte die Sprecherin. Ziel sei es, eine interne Werbeagentur der CDU aufzubauen.

          In der Anzeige werde für die CDU eine Kampagne gefordert, „die kreativer und erfrischender sein muss als alles, was wir bisher kannten“. Die zu lösende Aufgabe sei “größer als unser Budget (die Hintergründe können wir ja als bekannt voraussetzen)“, heißt es in dem Anzeigentext unter Anspielung auf die Parteispendenaffäre. Nach Angaben des Generalsekretärs hat die CDU für den Bundestagswahlkampf 40 Millionen Mark zur Verfügung, zehn Millionen Mark weniger als 1998.

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