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Jasper von Altenbockum (kum.)

Wahlkampf : Meine Linkspartei, Deine AfD

Wie hievt man die „Alternative für Deutschland“ über fünf Prozent? Ganz einfach: So ähnlich wie die Linkspartei. Oder durch Umfragen.

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          Ist die AfD für CDU und FDP, was die Linkspartei für SPD und Grüne sein könnte? In Hessen wird die Frage recht vordergründig in den Wahlkampf getragen. Grüne und SPD versuchen, Ministerpräsident Volker Bouffier mit denselben Formeln in die Enge zu treiben, die der CDU-Politiker gegenüber seinem Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel erfolgreich erprobt hat. Dafür muss die AfD allerdings in eine systemkritische, rechtspopulistische Sektiererpartei verwandelt werden – ein durchsichtiges Manöver.

          Die Distanzierung Bouffiers von der AfD beruht nicht darauf, dass er nur so seiner Warnung vor Rot-Rot-Grün Glaubwürdigkeit verleihen könnte. Die CDU muss alles tun, um nicht auch noch an eine zweite Partei „Leihstimmen“ abzutreten. Den Unentschlossenen signalisiert sie kurz vor der Wahl: Wer AfD wählt, hat seine Stimme verschenkt.

          Vorher hatte sich Bouffier noch so geäußert, wie er es von Schäfer-Gümbel über die Linkspartei gewohnt ist: keine Ausschließeritis. Das bringt die AfD noch dahin, wo sie erstmals eine Umfrage schon verortet hat, auf das Niveau der Linkspartei, quantitativ.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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