https://www.faz.net/-ge2-13hyf

Saarland : Maas schließt Rot-Rot nicht aus

  • Aktualisiert am

Selbstbewusst: Heiko Maas vor der Wahl in Saarbrücken Bild: ddp

Der saarländische SPD-Spitzenkandidat Maas will im Falle eines Sieges bei der Landtagswahl rasch entscheiden, mit wem förmliche Koalitionsverhandlungen geführt werden sollen. Weder Bündnisse mit der Linkspartei noch mit der CDU schließt er aus.

          1 Min.

          Der saarländische SPD-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Heiko Maas will seine Partei im Falle eines Sieges bei der Landtagswahl am 30. August schon nach einer Woche entscheiden lassen, mit wem förmliche Koalitionsverhandlungen geführt werden sollen.

          Falls die SPD ernsthaft mit der Linkspartei über eine rot-rote Regierung sprechen werde, rechne er damit, dass deren Bundesvorsitzender und saarländischer Spitzenkandidat Lafontaine auf der Gegenseite die Verhandlungen führe, sagte Maas. „Und ich weiß gar nicht, ob ich das schlecht finden soll. Denn ich kenne seinen Realitätssinn.“

          Mit offenen Karten gegenüber Steinmeier

          Mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinmeier habe er ausführlich darüber gesprochen, dass sich im Saarland vier Wochen vor der Bundestagswahl am 27. September eine rot-rote Machtoption ergeben könnte. „Ich habe gegenüber Steinmeier immer mit offenen Karten gespielt. Wir lassen uns nicht von der CDU diktieren, mit wem wir koalieren und mit wem nicht.“ Die saarländische Landtagswahl lasse sich nicht auf andere westdeutsche Bundesländer übertragen, weil sie „ein paar Besonderheiten“ habe.

          „Hier geht es weniger um die Linkspartei als um Lafontaine. Wenn er Spitzenkandidat der Partei bibeltreuer Christen wäre, würde er auch die mit mehr als fünf Prozent ins Parlament bringen.“ Eine große Koalition mit der CDU von Ministerpräsident Müller schloss Maas aber ebenfalls nicht aus, auch wenn die inhaltlich-politischen Übereinstimmungen mit Linkspartei und Grünen größer seien als mit der CDU.

          Wie in seiner Partei gebe es aber auch bei Anhängern und Wählern der Grünen sowohl starke Vorbehalte gegen eine Regierung mit der Linkspartei als auch mit der CDU. „Die schönsten Ergebnisse bei der Kommunalwahl haben die Grünen in den Villenvierteln von Saarbrücken erzielt.“ Mit einem anderen Teil seiner Wähler bekomme der Grünen-Vorsitzende Hubert Ulrich allerdings „Stress“, wenn er eine Jamaika-Koalition oder ein schwarz-grünes Bündnis anstrebe. Am Donnerstag traf sich Maas mit Ulrich, um über diese Fragen zu sprechen. Im Gespräch mit der „Saarbrücker Zeitung“ hatte zuvor Lafontaine seine Hoffnung geäußert, dass die Grünen bei der Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten und es dann für eine rot-rote Regierungsmehrheit der Landtagsmandate reiche.

          Weitere Themen

          Konflikt um Nagornyi Karabach eskaliert weiter Video-Seite öffnen

          Armenien gegen Aserbaidschan : Konflikt um Nagornyi Karabach eskaliert weiter

          Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan über die Region Nagornyi Karabach eskaliert weiter. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warf der Türkei vor, dschihadistische Kämpfer aus Syrien über ihr Staatsgebiet nach Nagornyi Karabach reisen zu lassen, um Aserbaidschan zu unterstützen.

          Topmeldungen

          Spuren der Verwüstung: Ein Mann steht in einem zerstörten Mehrfamilienhaus in Tartar, Aserbaidschan.

          Rohstoffförderer Aserbaidschan : Der Krieg einer Öl-Macht

          Aserbaidschan liefert wichtige Rohstoffe nach Europa. Ein militärischer Konflikt mit Armenien könnte die Handelsbeziehungen nun gefährden. Die Türkei will das verhindern – aus eigenem Interesse.
          Ein Schlauchboot, mit dem Migranten über den Ärmelkanal nach Großbritannien übergesetzt sind.

          London will abschrecken : Fähren für Asylbewerber?

          Immer mehr Migranten erreichen Großbritannien über den Ärmelkanal. Die Regierung will die Migration jetzt eindämmen. Auch die Einrichtung von Asylzentren auf Papua Neuguinea soll dafür im Gespräch gewesen sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.