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Kommentar : Eine für die erste Reihe

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Silke Lautenschläger darf sich zu den Gewinnern der Kabinettsbildung zählen. Die Zuständigkeit für Umwelt- und Energiepolitik rückt die 40 Jahre alte stellvertretende CDU-Vorsitzende in die erste Reihe der Landespolitik. Jürgen Banzer hingegen macht als Arbeitsminister einen Sprung nach hinten.

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          „Das wird einer“, pflegen Fußballtrainer über begabte Halbstarke zu sagen. Legendär ist das Notizbuch des noch legendäreren Sepp Herberger, in dem er festhielt, wer nach seinem Eindruck das Zeug dazu hatte, „einer“ zu werden. Ob Roland Koch auch ein Talente-Notizbuch führt?

          Wem er zutraut, in absehbarer Zeit Führungspositionen zu übernehmen, hat Koch mit Blick auf die Kabinettsbildung über das Wochenende mit seinen Stellvertretern im Parteivorsitz besprochen. Nun wird die Namensliste daraufhin geröntgt, wen Koch offenbar zur Begabungsreserve zählt. In der Riege der Staatssekretäre tut man (neben anderen) Boris Rhein aus Frankfurt und Mark Weinmeister, Staatssekretär im Ressort für Energie, Umwelt und Landwirtschaft, gewiss nicht Unrecht, wenn man ihnen Chancen auf Höheres zuschreibt (Frankfurter Dezernent Rhein wird Staatssekretär - Lautenschläger Umweltministerin). Einen Sprung nach vorn macht auch der Abgeordnete Peter Beuth, der als CDU-Generalsekretär vorgesehen ist. Als Teilnehmer der Koalitionsrunde gehört er künftig zum inneren Zirkel.

          Und Jürgen Banzer? Als Arbeitsminister hat er keinen üppigen Gestaltungsraum, weil viel durch Bundesrecht festgelegt ist (Dietzel scheidet aus Kabinett aus, Banzer wird Sozialminister). Andererseits hat seine Vorgängerin Silke Lautenschläger diesen Umstand durchaus für bundespolitische Präsenz zu nutzen verstanden, zum Beispiel bei der Arbeitsvermittlung und bei der Einrichtung so genannter Optionskommunen.

          Lautenschläger darf sich zu den Gewinnern der Kabinettsbildung zählen. Die Zuständigkeit für Umwelt- und Energiepolitik rückt die 40 Jahre alte stellvertretende CDU-Vorsitzende in die erste Reihe der Landespolitik. Dort bekommt sie es in Sachen Ökologie mit Premium-Gegnern wie dem Grünen-Vorsitzenden Tarek Al-Wazir zu tun. Vielleicht ist es mehr als Zufall, dass sich der junge Koch seinerseits die ersten parlamentarischen Meriten in der umweltpolitischen Auseinandersetzung mit dem Grünen Joseph Fischer erworben hatte? Gut möglich, dass in Kochs Notizbuch, wenn er eines hat, über Lautenschläger steht: Sie wird eine.

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