https://www.faz.net/-ge2-13fay

Kanzlerin Merkel im Gespräch : „Wir wollen klare Verhältnisse“

  • Aktualisiert am

„Ich versuche, bei meinen Wahlkampfauftritten nicht zu schreien. Das hört sich sowieso nicht gut an” Bild: Julia Zimmermann; F.A.Z.

Wer führt Deutschland am schnellsten aus der Krise? Wäre ein Bündnis mit den Grünen möglich? Kann man der SPD trauen? Ist Medwedjew ein lupenreiner Marktwirtschaftler? Die Wacht am Hindukusch ein Desaster? Und schließlich: Warum schreit Angela Merkel die Leute nicht an? Antworten einer zuversichtlichen Kanzlerin.

          Wer führt Deutschland am schnellsten aus der Krise? Wäre ein Bündnis mit den Grünen möglich? Kann man der SPD trauen? Ist Medwedjew ein lupenreiner Marktwirtschaftler? Die Wacht am Hindukusch ein Desaster? Und schließlich: Warum schreit Angela Merkel die Leute nicht an? Antworten einer zuversichtlichen Bundeskanzlerin im F.A.Z.-Gespräch mit Günter Bannas und Berthold Kohler.

          Frau Bundeskanzlerin, in fünf Wochen ist Bundestagswahl. Aber noch immer fragen sich viele Deutsche, worum es diesmal eigentlich geht.

          In einigen Bundesländern sind noch Sommerferien, und die Menschen befassen sich nicht jeden Tag mit Politik. Das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Für mich geht es bei dieser Wahl nach der schwersten Rezession der Nachkriegszeit um zentrale Weichenstellungen: Wie kommen wir möglichst schnell und klug aus der weltweiten Krise? Wie können wir nachhaltige Wachstumskräfte wecken? Ganz entscheidend ist, wieder mehr Beschäftigung zu erreichen. Es geht darum, dass es Deutschland gelingt, aus der Krise stärker hervorzugehen, als es hineingegangen ist, und unsere Wettbewerbsfähigkeit noch zu verbessern. Denn die mit uns konkurrierenden Volkswirtschaften anderer Länder schlafen ja nicht.

          „Guter Wahlkampf ist nicht Streit, sondern der Wettbewerb um die besten Ideen für Deutschland”

          Union und SPD haben die Finanz- und Wirtschaftskrise Seit' an Seit' bekämpft. Warum sollen die Wähler jetzt die Union und nicht die SPD wählen?

          Ohne Zweifel hat die jetzige große Koalition wichtige und richtige Entscheidungen zur Bewältigung der Finanzkrise getroffen. Diese Krise ist erst vorüber, wenn wir wieder auf einem dauerhaften Wohlstandspfad sind. Eine Regierung der Union mit der FDP kann das aber besser erreichen als jede andere Regierung.

          CDU-Generalsekretär Pofalla hat die FDP dafür kritisiert, sich noch nicht förmlich auf eine Koalition mit der Union festgelegt zu haben. Schließen Sie sich dieser Schelte an?

          Es gibt bei den Wählern natürlich das Bedürfnis, Klarheit in dieser Frage zu bekommen. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat sich öffentlich mehrfach eindeutig für eine Koalition mit der Union ausgesprochen, dem die formelle Festlegung noch nicht gefolgt ist. Ich sage klar, dass es darum geht, die Union so stark wie irgend möglich zu machen, damit es keine unklaren Verhältnisse in Deutschland gibt.

          Der FDP-Vorsitzende Westerwelle hat seinerseits den Vorwurf erhoben, die Union schließe ein schwarz-grünes Bündnis nicht aus.

          Die Frage eines solchen Bündnisses stellt sich für die nächste Legislaturperiode nicht. Im Programm der Grünen gibt es eine ganze Reihe von Aussagen, die mit unseren Vorstellungen für Deutschland nicht vereinbar sind. Für die nächste Bundesregierung wird es darum gehen, wie wir klug aus der weltweiten Krise kommen. Bei den Grünen sehe ich viele Forderungen, die uns daran hindern würden.

          Wie will sich die Union einerseits gegenüber der FDP, andererseits aber auch gegenüber der SPD profilieren?

          Weitere Themen

          „Eine Mischung aus Vertagen, Verzagen und Versagen“ Video-Seite öffnen

          Aktivisten unzufrieden : „Eine Mischung aus Vertagen, Verzagen und Versagen“

          Der Klimaaktionstag hat allein in Berlin mehr als 100.000 Menschen auf die Straße geholt. Sie wollen einen schnellen Wandel der Politik – ernüchternd ist da das Klimaschutzpaket der großen Koalition. In Stockholm meldete sich Greta Thunberg per Videoübertragung zu Wort.

          Topmeldungen

          Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

          Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.
          Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

          Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.