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Vor der Bundestagswahl : Größte Rentenerhöhung seit mehr als zehn Jahren

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Bezüge der Rentner in Westdeutschland steigen zum 1. Juli um 2,41 Prozent, in Ost-Deutschland um 3,38 Prozent. Es sind die höchsten Rentenanhebungen seit dem Jahr 2002. „Wir helfen, die Wirkungen der Krise zu überwinden“, sagt die Bundeskanzlerin.

          Nach einigen mageren Jahren erhalten die rund 20 Millionen deutschen Rentner mitten in der Krise eine kräftige Erhöhung. Im Wahljahr 2009 steigen im Westen die Renten zum 1. Juli um 2,4 Prozent und im Osten sogar um 3,3 Prozent. Damit erhöht sich die sogenannte Standardrente, die auf der Basis von 45 Beitragsjahren berechnet ist, um knapp 30 auf 1224 Euro im Monat. Arbeitsminister Scholz (SPD) begründete am Montag die höhere Zunahme im Osten damit, dass dort die Löhne in den vergangenen Jahren stärker gestiegen seien als im Westen.

          „Das ist eine gute Nachricht und ein schöner Beweis für die Kraft des Sozialen in unserer Marktwirtschaft“, sagte Scholz. Die Rente sei im übrigen, so fügte er hinzu, keine Sozialleistung, sondern der Lohn für harte Arbeit. Von der Erhöhung profitieren auch die rund 7,6 Millionen Bürger, die Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe erhalten. Der Regelsatz steigt um acht Euro monatlich auf 359 Euro. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) bezeichnete die Rentensteigerung als einen zusätzlichen Impuls im Kampf gegen die Wirtschaftskrise.

          Erheblicher Zuwachs an Netto-Kaufkraft

          Die Rentensteigerung ist im Westen die größte seit 1994; im Osten gab es seit 1997 keine solche Steigerung mehr. Zählt man die Entlastung beim Krankenkassenbeitrag hinzu, der zum Konjunkturpaket gehört, so steigt die Rente im Westen sogar um 2,7 Prozent. Bei einer geschätzten Inflation von 0,8 Prozent ist dies ein erheblicher Zuwachs an Netto-Kaufkraft.

          Nach Angaben von Scholz fließen in diesem Jahr 5,6 Milliarden Euro zusätzlich an die Rentner. Zu den möglichen Folgen der Rezession für die Renten im kommenden Jahr wollte Scholz keine Prognose abgeben. „Es ist sehr unseriös, sich für 2010 Zahlen auszudenken. Nur eines ist sicher: Wir haben ein stabiles und gut finanziertes Rentensystem.“

          2010 wird zusätzlich zu den Folgen der Krise auch der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor die Rente dämpfen. Er war 2008 für zwei Jahre ausgesetzt worden und trug dazu bei, dass schon im Vorjahr die Renten um 1,1 Prozent stiegen. 2009 entfallen 0,3 Prozentpunkte der Erhöhung auf die temporäre Streichung des Riester-Faktors. Er gilt als Ausgleich für die zusätzliche private Altersvorsorge.

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