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Bundespräsidentenwahl : Durchwählen, bitte!

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Früher wurde „durchgewählt“, um das Fräulein vom Amt zu umgehen und den gewünschten Gesprächspartner direkt zu erreichen. Jetzt soll die SPD Gesine Schwan „durchwählen“, um die Partei vor der Blamage mangelhafter Geschlossenheit zu bewahren.

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          Das Präfix „durch“ hat etwas Verführerisches. Nach dem berüchtigten „durchführen“ sollte vor einiger Zeit das Verbum „durchregieren“ kanzlerinhafte Entschlossenheit bezeugen. Nun greift Müntefering zu „durchwählen“, um Erfolgsgewissheit zu bekunden.

          Früher wurde „durchgewählt“, um das Fräulein vom Amt zu umgehen und den gewünschten Gesprächspartner unmittelbar zu erreichen. Jetzt soll die SPD „durchwählen“, um Frau Schwan und die Partei vor der Blamage mangelhafter Geschlossenheit der Sozialdemokraten bei der Bundespräsidentenwahl zu bewahren.

          Das Wort hätte Frau Ypsilanti einfallen müssen, dann wäre es jetzt zumindest schon verbraucht. So aber muss es nach dem Willen Münteferings herhalten, um eine Selbstverständlichkeit zur Heldenhaftigkeit zu verklären. Natürlich werden die SPD-Delegierten im ersten Wahlgang für Frau Schwan stimmen - ohne Erfolg, weil die Linken das eine Mal ihren Sodann stützen -, im zweiten Wahlgang auch, erst recht in einem dritten. Doch schon das ursprüngliche Durchwählen mündete oft in die Auskunft „Kein Anschluss unter dieser Nummer“.

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