https://www.faz.net/-ge2-12iif
 

Bundespräsidentenwahl : Durchwählen, bitte!

  • -Aktualisiert am

Früher wurde „durchgewählt“, um das Fräulein vom Amt zu umgehen und den gewünschten Gesprächspartner direkt zu erreichen. Jetzt soll die SPD Gesine Schwan „durchwählen“, um die Partei vor der Blamage mangelhafter Geschlossenheit zu bewahren.

          Das Präfix „durch“ hat etwas Verführerisches. Nach dem berüchtigten „durchführen“ sollte vor einiger Zeit das Verbum „durchregieren“ kanzlerinhafte Entschlossenheit bezeugen. Nun greift Müntefering zu „durchwählen“, um Erfolgsgewissheit zu bekunden.

          Früher wurde „durchgewählt“, um das Fräulein vom Amt zu umgehen und den gewünschten Gesprächspartner unmittelbar zu erreichen. Jetzt soll die SPD „durchwählen“, um Frau Schwan und die Partei vor der Blamage mangelhafter Geschlossenheit der Sozialdemokraten bei der Bundespräsidentenwahl zu bewahren.

          Das Wort hätte Frau Ypsilanti einfallen müssen, dann wäre es jetzt zumindest schon verbraucht. So aber muss es nach dem Willen Münteferings herhalten, um eine Selbstverständlichkeit zur Heldenhaftigkeit zu verklären. Natürlich werden die SPD-Delegierten im ersten Wahlgang für Frau Schwan stimmen - ohne Erfolg, weil die Linken das eine Mal ihren Sodann stützen -, im zweiten Wahlgang auch, erst recht in einem dritten. Doch schon das ursprüngliche Durchwählen mündete oft in die Auskunft „Kein Anschluss unter dieser Nummer“.

          Weitere Themen

          Ausschreitungen und Festnahmen in Paris

          Bei Klimaprotesten : Ausschreitungen und Festnahmen in Paris

          Zerschlagene Fensterscheiben, brennende E-Scooter, geplünderte Geschäfte: In Paris haben sich Gewaltbereite unter Klimademonstranten gemischt und sich Gefechte mit der Polizei geliefert. Auch etliche „Gelbwesten“ zogen durch die Stadt.

          Topmeldungen

          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.