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Wahlen : Regierungschef Crvenkovski neuer Präsident Mazedoniens

  • Aktualisiert am

Der Sieger der Wahl bei der Wahl Bild: dpa/dpaweb

Der Sozialdemokrat hat die Wahlen in Mazedonien gewonnen. Der unterlegene nationalkonservative Oppositionsführer Kedev spricht von einer „Fälschung“.

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          In Mazedonien ist der sozialdemokratische Regierungschef Branko Crvenkovski zum neuen Präsidenten gewählt worden.

          Crvenkovski habe bei der Stichwahl 548.583 oder 62,6 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, teilte die staatliche Wahlkommission in der Nacht zum Donnerstag in Skopje mit. Sein Gegenkandidat, der nationalkonservative Oppositionsführer Sasko Kedev, habe 326.391 Stimmen oder 37,3 Prozent erhalten. Die Wahlbeteiligung lag mit 53,4 Prozent über der gesetzlich notwendigen 50-Prozent-Hürde. Wahlberechtigt waren rund 1,7 Millionen Mazedonier.

          Kedev, Vorsitzender der Partei VMRO-DPMNE, bezeichnete die Wahlergebnisse vor der Presse in Skopje als „Fälschung“. Da die Wahlbeteiligung nach seinen Informationen unter 50 Prozent lag, wolle er den Sieg seines Gegners „niemals“ anerkennen. VMRO-DPMNE-Anhänger demonstrierten vor dem Parlament gegen den „Wahlbetrug“. 1700 Beobachter aus dem In- und Ausland hatten die Wahl verfolgt.

          Crvenkovski hatte sich bereits am Mittwoch abend zum Sieger erklärt. Vor begeisterten Anhängern in der Parteizentrale seines Sozialdemokratischen Bundes (SDSM) sagte er: „Mazedonien hat heute bewiesen, daß es ein echter europäischer Staat ist, und hat damit eine große Demokratie-Prüfung bestanden.“ Vor dem SDSM-Gebäude in der Hauptstadt feierten zahlreiche Menschen mit Musik und Feuerwerk den Sieg ihres Kandidaten.

          Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte keiner der ursprünglich vier Kandidaten die notwendige Mehrheit erhalten. Crvenkovski, der auch mit Stimmen der albanischen Minderheit rechnen konnte, hatte am 14. April 42,8 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, sein Mitbewerber Kedev 34,5 Prozent. Die Wahl war nach dem Tod des mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski bei einem Flugzeugabsturz vor neun Wochen nötig geworden.

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