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Wahlen in Amerika : Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gore und Bush

  • Aktualisiert am

Am Dienstag wählen die Amerikaner einen neuen Präsidenten. Nach wochenlangem Vorsprung des republikanischen Kandidaten George W. Bush nähern sich die Umfragewerte wieder an. Analysten halten die Entscheidung zwischen Bush und dem demokratischen Kandidaten Al Gore für offen.

          Im Kopf-an-Kopf-Rennen um das Weiße Haus haben die beiden US-Präsidentschaftskandidaten Al Gore und George W. Bush noch einmal alle Kräfte mobilisiert, um ihre Anhänger zur Stimmabgabe am Dienstag zu bewegen. Vizepräsident Gore startete am Montag in Waterloo im Bundesstaat Iowa einen 30-stündigen Wahlkampfmarathon durch 15 Städte in elf US-Bundesstaaten. Der republikanische Gouverneur Bush kämpfte um den Sieg in Gores Heimatstaat Tennessee.

          US-Präsident Bill Clinton rief seine Anhänger im heimischen Arkansas dazu auf, für Gore zu stimmen. "Wenn unsere Leute hingehen, dann gewinnen wir." Jüngste Umfragen gaben Bush weiterhin einen leichten Vorsprung im Kopf-an-Kopf-Rennen um das Weiße Haus. Beide Kandidaten steuerten am letzten Wahlkampftag noch unentschiedene Bundesstaaten wie Florida, Pennsylvania, Missouri und Iowa an.

          Knappstes Rennen seit 1960

          "Ich brauche jeden von Euch, um in jedem Wahlbezirk eine weitere Stimme zu besorgen", sagte Gore am Sonntag in Philadelphia in Pennsylvania. Er spielte damit auf das knappe Rennen von 1960 an, bei dem der Demokrat John F. Kennedy den Republikaner Richard Nixon mit durchschnittlich einer Stimme Mehrheit in jedem Wahlbezirk geschlagen hatte. Bush sagte in Florida: "Wir bringen heute eine einzige Botschaft in diesen großen Bundesstaat: Lasst uns die Leute zu den Urnen bringen." Die Wähler seien auf seiner Seite, nun müssten sie nur wirklich ihre Stimmen abgeben. Clinton zeigte sich in seinem Heimatstaat Arkansas, der ebenfalls auf der Kippe steht, zuversichtlich. "In zwanzig Bundesstaaten sind die beiden Kandidaten nur zwei Prozentpunkte auseinander", erklärte er. "Ich denke, im letzten Moment werden die unentschlossenen Wähler für Gore stimmen".

          Bush-Lager ist enthusiastischer

          Laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des nicht-kommerziellen Pew-Instituts waren acht Prozent der registrierten Wähler kurz vor dem Wahltag noch unentschlossen. Das Bush-Lager war enthusiastischer als die Anhängerschaft von Gore. Die jüngsten landesweiten Umfragen sahen den Republikaner um ein bis fünf Prozentpunkte in Führung. Er führte auch nach der Zahl der Wahlmänner, die schon sicher auf seiner Seite waren. Allerdings reichte sein Vorsprung noch nicht für einen Sieg. 88 Prozent sagten bei der Pew-Umfrage, die Enthüllung über Bushs Trunkenheit am Steuer vor 24 Jahren werde ihre Wahlentscheidung nicht beeinflussen.

          Die US-Bürger wählen am Dienstag nicht nur ihren nächsten Präsidenten, sondern auch alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses und ein Drittel der Senatoren neu. In beiden Häusern des Kongresses haben die Republikaner derzeit eine knappe Mehrheit. Für einen der beiden Senatssitze von New York kandidiert "First Lady" Hillary Clinton, die laut jüngsten Umfragen bessere Siegchancen hat als ihr republikanischer Gegner Rick Lazio.



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