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Nach der Wahl in Thüringen : FDP muss offenbar doch noch um Einzug in den Landtag zittern

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Es wird noch knapper: FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich mit seinem Bundesvorsitzenden Christian Lindner am Tag nach der Wahl Bild: EPA

In Thüringen liegt die FDP laut einem Zeitungsbericht nur noch eine Stimme über der Fünf-Prozent-Grenze. Derweil erteilt die SPD CDU-Chef Mike Mohrig eine Abfuhr.

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          Nach der Landtagswahl in Thüringen steht der Einzug der FDP in das neue Parlament einem  Zeitungsbericht zufolge zunehmend auf der Kippe. Wie die „Thüringer Allgemeine“ aus Erfurt am Donnerstag berichtete, meldete der Wahlkreis Weimar II am Mittwoch vier Stimmen weniger für die Partei als zunächst ausgewiesen. Die Liberalen erhielten dort demnach 1658 statt 1662 Stimmen.

          Das vorläufige amtliche Endergebnis weist nach der Wahl vom Sonntag insgesamt 55.422  Stimmen für die FDP aus. Damit läge die Partei vom Spitzenkandidat Thomas Kemmerich genau fünf Stimmen über der Fünfprozenthürde. Prozentual ausgedrückt bedeutet dies ein FDP-Ergebnis von 5,0005 Prozent.

          Sollte sich der Bericht bestätigen, läge die Partei nun nur noch mit einer Stimme über der  Sperrklausel. Nach Angaben der Zeitung bestätigten die Wahlausschüsse die Ergebnisse der Landtagswahl ansonsten am Mittwoch in weiten Teilen. Die Landeswahlleitung war am Donnerstag zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Der Thüringer Landeswahlausschuss soll in einer Sitzung am Donnerstag kommender Woche das endgültige amtliche Ergebnis feststellen.

          SPD gibt Mohring einen Korb

          Derweil hat sich die Thüringer SPD im Ringen um eine neue Koalition zurückhaltend zu der Idee eines Viererbündnisses mit CDU, Grünen und FDP geäußert, das CDU-Landeschef Mike Mohring ins Spiel gebracht hatte. Die bisherige rot-rot-grüne Koalition habe zwar im neuen Landtag keine Mehrheit mehr, sagte der SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee der Onlineausgabe der „Thüringer Allgemeinen“ vom Donnerstag. Das Wahlergebnis vom Sonntag mache aber deutlich, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Vergleich zu Mohring weiter Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) als Ministerpräsident wolle.

          Das wolle auch die SPD, fügte Tiefensee hinzu. „Alle Parteien außer der AfD müssen und sollten untereinander gesprächsbereit sein, um die gegenseitigen Standpunkte auszutauschen.“ Mohring hatte in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ am Mittwochabend von einer „Minderheit der bürgerlichen Mitte“ gesprochen. „Und das würde ich gern ausloten.“ Dabei verwies er darauf, dass die Union die mit Abstand meisten Direktmandate gewonnen habe.

          Der CDU-Landeschef spielte damit auf eine sogenannte Zimbabwe-Koalition aus CDU, SPD, Grünen und FDP an. Sie würde im neuen Landtag nur über 39 Sitze verfügen und damit keine Mehrheit haben. Die bisherigen Regierungsparteien Linke, SPD und Grüne kommen zusammen auf 42. Bei insgesamt 90 Sitzen sind für eine Mehrheit 46 Mandate notwendig.

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