https://www.faz.net/-gpf-9sbk9

Umfrage vor Thüringen-Wahl : Linke und CDU fast gleichauf, AfD schwächer

  • Aktualisiert am

Björn Höcke (links) und Stefan Möller (beide AfD) reagieren bei einer Sondersitzung des Thüringer Landtags zum Verfassungsschutz auf die Rede des Innenministers Georg Maier (SPD). Bild: dpa

Knapp eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl kommt die CDU in einer Umfrage wieder näher an die Linkspartei heran. Der CDU-Generalsekretär spricht vom Beginn einer „Aufholjagd“ – und die AfD bleibt hinter den Umfragewerten der vergangenen Monate zurück.

          2 Min.

          Linke und CDU liegen nach einer neuen Umfrage knapp eineinhalb Wochen vor der Thüringer Landtagswahl fast gleichauf. Die AfD rangierte nach der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer auf dem dritten Rang. SPD und Grüne lagen knapp unter zehn Prozent. Damit könnte eine Regierungsbildung nach der Landtagswahl am 27. Oktober schwierig werden. Derzeit führt Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eine rot-rot-grüne Koalition. Befragt wurden in der Zeit vom 14. bis zum 16. Oktober 1004 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Thüringen.

          Die Linke kam danach bei der Sonntagsfrage auf 27 Prozent – und damit abermals auf den ersten Platz. Die CDU, die vor fünf Jahren aus der Regierung fiel, erreichte bei der Umfrage 26 Prozent. Die Christdemokraten sind derzeit die stärkste Kraft im Landtag. Jüngsten Umfragen zufolge könnten sie diese Position aber verlieren. Die AfD landete bei der neuen Ergebung bei 20 Prozent – und damit deutlich unter ihren Werten in anderen Umfragen im August und September.

          AfD-Landessprecher Stefan Möller will für seine Partei in den Umfragewerten keine Trendwende herauslesen. „Ich sehe eher einen Dämpfungsprozess, was den Erfolg angeht“, sagte Möller. Dies hänge mit „Hass und Verachtung gegenüber der AfD zusammen“. Als Beispiel nannte Möller, dass der AfD in der Diskussion um den Mordanschlag in Halle eine Mittäterschaft unterstellt werde.

          Wahl-O-Mat
          Wahl-O-Mat

          Thüringen wählt am 27. Oktober einen neuen Landtag. Vergleichen Sie die Antworten der Parteien mit Ihren Standpunkten. Welche Partei trifft mit ihren Thesen bei Ihnen auf Zustimmung?

          Mehr erfahren

          Thüringens CDU-Generalsekretär Raymond Walk wertete die Umfrage als Signal, dass die „Aufholjagd“ für die CDU begonnen habe. „Die Zahlen zeigen, dass die Wahl noch völlig offen ist“, sagte Walk. Wichtig sei, dass die aktuelle Regierung von Linkspartei, SPD und Grünen der Erhebung zufolge keine Mehrheit mehr habe.

          Die Koalitionspartner der Linken, SPD und Grüne, lagen bei der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen bei neun beziehungsweise acht Prozent. SPD-Spitzenkandidat Wolfgang Tiefensee sagte, er nehme das Umfrageergebnis sehr ernst. „Es zeigt, dass wir uns auf niedrigem Niveau stabilisiert haben“, sagte Tiefensee. Es gelte jetzt, „alle Kräfte zu mobilisieren“. Tiefensee betonte, dass er für ein besseres Ergebnis als bei der Wahl 2014 kämpfe. Damals votierten 12,4 Prozent für die SPD.

          Den aktuellen Umfragewerten nach würde weder die derzeitige rot-rot-grüne Koalition noch eine Regierung aus CDU, SPD und Grünen eine Mehrheit im Landtag haben. Die FDP, die derzeit nicht im Landtag vertreten ist, kam auf fünf Prozent – und muss damit weiter um den Einzug ins Parlament bangen.

          Auf die Frage, wen sie lieber als Ministerpräsidenten hätten, antworteten 50 Prozent der Befragten, sie wünschten sich Amtsinhaber Ramelow. 31 Prozent nannten den CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Formel 1 in Brasilien : Ferrari flucht

          Verrücktes Finale beim Formel-1-Rennen in São Paulo: Die beiden Ferrari-Piloten schießen sich gegenseitig ab und scheiden nach der Kollision aus. Der Zoff der Stallrivalen bei der Scuderia eskaliert endgültig.
          Bleibt mehr Geld von der Betriebsrente?

          Betriebsrenten : Zusatzrente vom Chef

          Die Regierung macht Betriebsrenten attraktiver: Künftig werden weniger Krankenkassenbeiträge fällig. Vier Millionen Rentner dürfen sich freuen. Und was ist mit dem Rest?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.