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Linkspartei in Thüringen : Ganz anders als gedacht

  • -Aktualisiert am

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow im September bei der Kartoffelernte in Heichelheim. Bild: dpa

In Thüringen führt Bodo Ramelow seit fünf Jahren die erste rot-rot-grüne Regierung. Am Sonntag will er wiedergewählt werden. Selbst ohne eigene Mehrheit könnte er im Amt bleiben.

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          Nach fünf Jahren mit einem Ministerpräsidenten der Linkspartei ist Thüringen dem Kommunismus zumindest an einem Punkt dann doch noch ziemlich nahe gekommen. Jedenfalls versorgte die Linke auf ihrer „Dorfkonsum-Tour“ Anfang Oktober die auf dem Land lebenden Thüringer nicht nur kostenlos mit Wahlwerbung, sondern „gegen Spende“ auch mit Lebensmitteln. „Ihnen fehlt etwas? Rufen Sie uns an – und wir bringen es mit“, stand auf den Plakaten. Und so fuhr die Partei von Milch über Nudeln, Reis, Kaffee und Marmelade bis hin zu Toilettenpapier und Seife Produkte aufs Land, die dort früher, zur Zeit der DDR, der einzige Supermarkt im Ort – der „Dorfkonsum“ – angeboten hat.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Viele dieser Läden verschwanden nach der Wiedervereinigung, und auch unter Führung der Linken sind sie nicht wiedereröffnet worden. Bodo Ramelow, Ministerpräsident und Spitzenkandidat der Linkspartei für die Landtagswahl, hält von solchen Aktionen ohnehin nicht viel. Wenn keiner mehr in Konsum und Kneipe gehe, müsse sich niemand wundern, wenn diese schließen, entgegnet er nicht nur im Wahlkampf entsprechenden Beschwerden. 

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