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Landtagswahlen : Das Pendel in Thüringen schwingt nach links

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Andreas Bausewein (l.) soll das Amt des SPD-Parteichefs in Thüringen von Christoph Matschie (r.) übernehmen Bild: dpa

In der SPD in Thüringen übernimmt der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein den Landesvorstand. Eine Koalition von Linken, Grünen und SPD unter der Führung von Bodo Ramelow wird so wahrscheinlicher.

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          Dem Wahltag folgt der Alltag. Nachdem der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, schon 20 Minuten nach Schließung der Wahllokale seinen Sieg ausgerufen hatte, obwohl nach der Prognose nicht sein angestrebtes linkes Bündnis, sondern die bisherige Koalition von CDU und SPD eine rechnerische Mehrheit hatte, feierte sich die CDU ob ihres vermeintlichen Sieges am späteren Abend regelrecht vor Glück „besoffen“. Doch je mehr die Stimmung stieg, desto tiefer sank der Stimmanteil von schwarz-rot im Vergleich zu rot-rot-grün. Alles endete in einem Patt von jeweils 46 von 91 Stimmen für schwarz-rot oder rot-rot-grün.

          Am folgenden Montagabend kehrte nun Nüchternheit ein. Bis in den späten gestrigen Abend tagten die Gremien von CDU, Linken, SPD und Grünen, und das Pendel schlug zum linken Dreierbündnis aus. Denn Christoph Matschie, seit 1999 Parteivorsitzender der SPD, wird nach dem Wahldebakel seiner Partei bei der Vorstandswahl am 25. Oktober 2014 nicht ein weiteres Mal für dieses Amt kandidieren. Das Amt soll der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein übernehmen.  Bausewein wiederum gilt im Gegensatz zu Matschie als Exponent eines rot-roten Kurses.

          Grünen sehen Wechsel als Signal

          Auch der Landesvorstand der Grünen tendiert zu einem rot-rot-grünen Bündnis. Der Wechsel in der SPD von Matschie zu Bausewein ist für die Grünen „ein Signal“. Die Grünen haben schon in Sondierungsgespräche eingewilligt, zu denen die Linke beide möglichen Partner, SPD und Grüne, eingeladen hat, um diese noch in dieser Woche zu beginnen. „Wir sind entschlossen, die politische Verantwortung wahrzunehmen“, sagte Ramelow. Es gebe die Möglichkeit, ein neues Kapitel in der Thüringer Politik aufzuschlagen. Die Grünen zeigten sich zugleich offen gegenüber den „vertrauensvollen Gesprächen“, zu denen auch die CDU eingeladen hat, obgleich sie einem schwarz-rot-grünen Bündnis mit Skepsis begegnen.

          Die CDU hat freilich auch die SPD eingeladen. Die Sozialdemokraten haben signalisiert, sowohl mit der CDU, als auch mit Linken und Grünen zu sondieren. Nach der Sondierung strebt die SPD eine Mitgliederbefragung an, mit wem die Partei Koalitionsverhandlungen aufnehmen soll

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