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Schleswig-Holstein : SPD nennt Privatleben Albigs als Grund für die Wahlniederlage

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Enttäuscht: SPD-Generalsekretärin Katarina Barley Bild: dpa

Nach dem überraschend deutlichen Verlust der Landtagswahl in Schleswig-Holstein denkt die SPD darüber nach, woran das lag. Gleich zwei prominente Vertreter machen einen „Bruch“ in den letzten Wochen vor der Wahl aus.

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          Die Wahlniederlage der SPD in Schleswig-Holstein schmälert aus Sicht von Generalsekretärin Katarina Barley nicht unbedingt die Chancen der Partei bei der Bundestagswahl. Auch in Schleswig-Holstein sei die Zustimmung zur Bundespolitik der SPD ungebrochen bei um die 30 Prozent, während sie für die Landespolitik in den letzten zwei, drei Wochen drastisch abgenommen habe, sagte sie am Montagmorgen im NDR-Fernsehen. „Ich kann mir das nur so erklären, dass es in den letzten zwei, drei Wochen gar nicht mehr so sehr um politische, um Gerechtigkeitsthemen ging, sondern eher um Dinge wie das Privatleben des Ministerpräsidenten. So sehen wir auch, dass offensichtlich vor allem Frauen weniger die SPD gewählt haben.“

          Barley spielte damit auf ein umstrittenes Interview des Regierungschefs Torsten Albig an. Schilderungen zur Trennung von seiner langjährigen Ehefrau, die er als zuhause „gefangene“ Mutter und Hausfrau beschrieb, lösten eine Diskussion über das Frauenbild Albigs aus. Sein Leben habe sich schneller entwickelt als ihres und man habe sich kaum noch auf Augenhöhe ausgetauscht, sagte Albig der „Bunten“. Barley sagte auf die Frage, ob sie die Niederlage damit ausschließlich Torsten Albig zuschreibe: „Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen.“

          SPD-Landeschef Ralf Stegner äußerte sich derweil zurückhaltend über die politische Zukunft des noch amtierenden Ministerpräsidenten. Auf die Frage nach dessen Zukunft sagte er dem Bayerischen Rundfunk: „Das müssen wir in Ruhe analysieren. Da werden jetzt nicht öffentlich Noten verteilt an einzelne Beteiligte.“ Im ZDF betonte er, dass die SPD-Wahlkämpfer im Norden vom neuen Bundesvorsitzenden Martin Schulz profitiert hätten: „Martin Schulz hat uns schon deutlich geholfen." Auch an zu wenig Einsatz im Wahlkampf habe die Niederlage nicht gelegen. „Und ich glaube, die Inhalte waren es auch nicht." Vielmehr habe die SPD „einen Bruch“ in den letzten 14 Tagen vor der Wahl gehabt.

          Stegner sagte, die SPD werde nach dem Ergebnis keine Ansprüche stellen und auch nicht großspurig auftreten. Im BR sagte Stegner, dass aus dem schlechten SPD-Wahlergebnis nicht automatisch folge, „dass die CDU jetzt die Regierung führt, sondern am Ende muss die Regierung eine Mehrheit bekommen im Parlament. Das ist für die CDU schwierig. Und das ist für uns schwierig."

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