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Landtagswahlen im Osten : Kein grünes Gefühl

Katja Meier und Wolfram Günther, Spitzenkandidaten der Grünen, bei der Wahlparty in Dresden Bild: dpa

Die Grünen verkörpern im Osten kein Lebensgefühl: Weder kann die Stimme für sie als Ablass für einen ausschweifenden Lebensstil dienen, noch kann man dort mit Gender- und Gleichstellungspolitik besonders punkten. Sie werden aber gebraucht.

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          Der Name der Grünen wird nur noch selten ausbuchstabiert. Offiziell steht immer noch „Bündnis 90“ vorn – jener Zusammenschluss von Bürgerrechtlern, die zum Sturz des DDR-Regimes beitrugen. Ganz von selbst verstand sich die Fusion mit den West-Grünen nicht. Ebenso wie die Bürgerrechtler in der DDR war auch Bündnis 90 eine Minderheit, und noch heute sind die Grünen im Osten strukturell schwach aufgestellt.

          Ein Lebensgefühl verkörpern sie dort nicht; weder kann die Stimme für sie als Ablass für einen ausschweifenden Lebensstil dienen noch kann man im Osten mit Gender- und Gleichstellungspolitik besonders punkten.

          Dabei liegen auch grüne Themen buchstäblich auf der Straße, der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen zum Beispiel. Und die Partei hat sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg spürbar zugelegt.

          Die Landtagswahlen haben aber gezeigt, dass die Grünen vom Status einer neuen Volkspartei – wie er sich in Umfragen im Bund und bei einigen Wahlen im Westen zeigt – noch weit entfernt sind. Es zeigt sich aber auch: Die alten Volksparteien brauchen sie.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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