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Vor Wahlen in Ostdeutschland : Der Osten wird grüner

Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock macht Wahlkampf in Brandenburg. Bild: Marlene Gawrisch / WELT

Die Grünen hatten im Osten Deutschlands lange einen schweren Stand, doch das ändert sich gerade. Das hat viel mit der Wirtschaft zu tun.

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          Wahlen sind auch nicht mehr das, was sie früher einmal waren: Dramatische Verschiebungen hat es zwar immer schon gegeben, nur deuteten die sich früher meistens schon im Vorhinein an. Der Wahlabend selbst bestätigte dann oft nur die vorangegangenen Analysen. Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen am kommenden Sonntag und sieben Wochen später auch in Thüringen dagegen ist vieles noch offen. Nur zwei Gewinner zeichnen sich jetzt schon ab: die AfD und die Grünen. Die AfD kommt in den Vorwahlumfragen auf zweistellige Gewinne, in Brandenburg könnte sie sogar stärkste Kraft werden. Die Grünen werden aller Voraussicht nach ihre Wahlergebnisse in allen drei Bundesländern verdoppeln.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Gegensätzlicher könnten die beiden Profiteure der politischen Stimmungslage nicht sein. Deshalb lohnt es sich zu fragen, was das über den Zustand der drei ostdeutschen Bundesländer aussagt. Viel ist schon darüber geschrieben worden, wie der „Ossi tickt“, wie abgehängt und rückständig weite Teile der neuen Bundesländer noch – oder schon wieder – sind. Wer sich jedoch unter Politikern, Wahlforschern, Politologen und Ökonomen umhört, kommt zu zwei Schlüssen, die nur auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen. Der erste Befund lautet: Dem Osten Deutschlands geht es wirtschaftlich besser, als viele meinen. Diese gute Nachricht hat allerdings eine negative Kehrseite: Die Lebensverhältnisse driften immer weiter auseinander.

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