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Nach der Wahl : Abgehängt in Sachsen

  • -Aktualisiert am

Für die beiden ist es noch einmal gut gegangen: CDU-Kandidat Schiemann mit Ministerpräsident Kretschmer auf dem Bautzener Kornmarkt. Bild: Robert Gommlich

Lange hat die CDU die Politik im Freistaat dominiert, ihre Direktmandate waren eine sichere Bank. Diese Zeit ist nun vorbei. Ein Besuch in Sachsen.

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          Der Kandidat fährt im grauen Transporter vor, im Kofferraum eine Leiter, daneben ein schwarzer Plastikeimer für die zerschnittenen Kabelbinder. Er springt aus dem Wagen, greift sich die Leiter, eine Zange steckt noch in der Hosentasche. Vor dem Asia-Markt in der Ebersbacher Bahnhofstraße sieht er sich das erste Mal, in etwa zwei Metern Höhe lächelt er den Sachsen entgegen. „Matthias Reuter“ steht da, sein Name, oben rechts das Logo der CDU und dann noch der Werbespruch: „Zukunft bauen. Für Sachsen.“ Mit dieser Botschaft wollte er am Sonntag in den sächsischen Landtag einziehen, Wahlkreis Görlitz 3, eine ländliche Gegend mit etwa 50.000 Wahlberechtigten. Doch Reuter hat verloren. Sein Gegner von der AfD bekam 1468 Erststimmen mehr. Der wird jetzt Abgeordneter.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Am Morgen danach fängt Matthias Reuter früh an, die Spuren seines zweimonatigen Wahlkampfs in der Oberlausitz zu beseitigen. Er klappt die Leiter auseinander und macht kurzen Prozess mit seinem Abbild, seinem Traum vom Einzug in den Dresdner Landtag. Mit der Zange durchtrennt er den ersten Plastikriemen. Acht Halterungen muss er zerschneiden, dann kann er das Wahlplakat vom Laternenpfahl nehmen und es sauber im Kofferraum verstauen. Klappe zu, nächstes Plakat.

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